Krankenhaus-Direktor Havenith reicht Kündigung ein

Der Verwaltungsrat der Stiftung St. Nikolaus-Hospital Eupen überraschte am Mittwoch mit der Mitteilung, dass Direktor Danny Havenith seine Kündigung eingereicht habe. Das Krankenhaus sorgte in der jüngeren Vergangenheit mehrmals mit seiner Personalpolitik für Schlagzeilen.

Danny Havenith (Bild: BRF Fernsehen)

Danny Havenith (Bild: BRF Fernsehen)

Der Direktor des Eupener St. Nikolaus-Hospitals, Danny Havenith, hat auf einer außerordentlichen Sitzung des Verwaltungsrates seine Kündigung eingereicht. Wie der Präsident des Verwaltungsrates der Klinik, Eupens Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg, dem BRF mitteilte, werde Havenith bis zum Ende der Kündigungszeit weiterhin die Funktion als Direktor mit allen damit verbundenen Kompetenzen wahrnehmen.

Der heute 47-jährige Havenith hatte Ende Juni 2011 das Amt von seinem Vorgänger Willy Heuschen übernommen. Im St. Nikolaus-Hospital hatte es zuletzt immer wieder Unruhen und Unstimmigkeiten gegeben.

Rund 9.000 Patienten zählt das Eupener Krankenhaus pro Jahr. Um sie kümmern sich 500 Mitarbeiter, darunter 60 Ärzte. Damit ist das St. Nikolaus Hospital der zweitgrößte Arbeitgeber in Eupen.

Ecolo fordert klares Zukunftsmodell für Hospitäler in der DG

Nach dem Rücktrittsgesuch des Eupener Krankenhausdirektors Danny Havenith haben Ecolo Ostbelgien und die Ecolo-Fraktion im PDG gefordert, mit der Salami-Taktik Schluss zu machen. Jetzt müsse alles auf den Tisch gelegt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft sei nun in der Pflicht, ein klares Zukunftsmodell für die beiden Krankenhäuser in der DG zu entwerfen. Ecolo spricht sich dabei für eine verstärkte Synergie der Hospitäler in St. Vith und Eupen aus. Es soll laut darüber nachgedacht werden dürfen, ob gemeinsame Strukturen nicht das Zukunftsmodell darstellen.

Die neuen Entwicklungen in Eupen zeigten, dass es es ist kurz vor Zwölf sei. Monatelang hätten Berichte über Querelen aus dem Eupener Krankenhaus aufhorchen lassen. Dadurch sei Unruhe in eine Struktur getragen worden, die sich in einem großen Umbruch befinde und vor immensen Herausforderungen stehe. Scheibchenweise seien Missstände zum Vorschein gekommen. Viel zu defensiv und absolut intransparent werde mit den offensichtlichen Problemen umgegangen.

Ecolo hatte vor einigen Wochen in den Gemeinderäten mehr Transparenz eingefordert. Daraufhin und zum ersten Mal habe das Krankenhaus den Gemeindevertretern bei einer Informationsversammlung Zahlen und Strategien offengelegt. Die immer wieder ans Tageslicht kommenden Probleme seien ein Symptom für strukturelle Mängel, die man nur gemeinsam schultern könne.

Antoniadis: „Vision für beide Krankenhäuser ist da“

Gesundheitsminister Antonios Antoniadis hat nach der Kündigung des Eupener Krankenhausdirektors Danny Havenith eine zeitnahe Entscheidung über dessen Nachfolge gefordert. Gleichzeitig warnte Antionadis davor, die persönliche Entscheidung des Direktors mit der Strukturdebatte um die Zukunft der Krankenhäuser zu vermischen. Damit reagierte der Minister auf die Stellungnahme von Ecolo Ostbelgien.

Die DG habe eine klare Vision für die beiden Krankenhäuser. Die beiden Standorte sollten gemeinsame Dienste aufbauen und in einem Netzwerk mit einem Partner außerhalb Ostbelgiens arbeiten. Aus diesem Grund seien die Häuser eine Partnerschaft mit dem CHC eingegangen, so der Gesundheitsminister in einer Pressemitteilung.

Dass Ecolo eine Zukunftsvision fordere, komme von daher spät. Die Vision sei bereits da. Wichtig sei aber, dass die Kooperation angegangen wird. Solche Entscheidungen könne die Regierung ohne Zuständigkeit nicht erzwingen. Die Entscheidungen könnten nur von den Verwaltungsräten der beiden Krankenhäuser, allen voran den Gemeinden, kommen.

mitt/rs/fs

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