Neue Sichtweise? Der Kreisverkehr von Eynatten

Einer der meist befahrenen Kreisverkehre in Ostbelgien ist umgebaut worden - und zwar der Kreisverkehr in Eynatten. Während der Umbauarbeiten kam es immer wieder mal zu kleinen Staus und Wartezeiten. Jetzt läuft der Verkehr zur Freude der Autofahrer wieder. Ein Gesprächsthema bleibt der Kreisverkehr aber wohl noch eine Weile. Denn nicht nur über Geschmack, sondern auch über seine Effizienz lässt sich streiten.

Der neu gestaltete Kreisverkehr in Eynatten

Archivbild: BRF Fernsehen

Es läuft wieder rund am Kreisverkehr in Eynatten, der besser werden sollte, aber leider nie perfekt sein wird, sagt Raerens stellvertretende Bürgermeisterin Marcelle Vanstreels. „Ganz am Anfang, ehe der Kreisverkehr überhaupt da war, hatten wir quasi eine Banane in der Richtung von Aachen nach Eupen. Die Leute, die aus Lichtenbusch oder Raeren kamen, hatten wegen dem Verkehr mehr Schwierigkeiten einzubiegen. Die Wallonische Region hat dann vorgeschlagen, einen Kreisverkehr zu machen – wohlwissend, dass das ein sehr kleiner Kreisverkehr sein wird. Man sieht ja die Umstände: Die Häuser stehen da. Einen größeren Kreisverkehr kann man momentan nicht machen.“

Soweit zur Geschichte des Kreisverkehrs. Das Problem bei einem kleinen Kreisverkehr ist, dass er oft zu übersichtlich ist und dadurch zum Durchrasen einlädt. Das soll durch eine Hecke, die noch angelegt werden muss, verhindert werden. „Man kann keinen ganz hohen Sichtschutz machen. Das geht leider nicht. Aber ich denke, wir haben versucht, es etwas zu verbessern. Vorher hatten wir dort Grünfläche und es war auch für unsere Mitarbeiter mitunter schonmal gefährlich, dort Rasen zu mähen oder Unkraut zu zupfen. Die Pflege ist jetzt viel einfacher“, so Vanstreels.

In der Bäckerei nebenan, ist der Kreisverkehr zur Zeit ein beliebtes Thema – vor allem bei der Kundschaft, sagt Fachverkäuferin Angela Rozar. „Die Leute sprechen immer darüber – manche finden es gut und manche finden es schlecht. Es wird jedenfalls immer drüber gesprochen hier.“

Dabei geht es aber nicht in erster Linie um die Effizienz, sondern um die ästhetische Gestaltung. Denn so ein Kreisverkehr wird schließlich gerne als Aushängeschild einer Gemeinde genutzt. Die einen finden in schlicht schön und gelungen. Andere vergleichen ihn mit dem Maulwurfkuchen von Dr. Oetker.

„Ästhetik ist ja Geschmackssache. Ich hätte gerne einen Raerener Krug oder etwas in der Art dort gesehen, aber das ist meine persönliche Meinung. Ich entscheide ja nicht alleine und da alle Geschmäcker unterschiedlich sind, muss man einen guten Mittelweg finden. Ich denke, so ist es doch schon recht ansehnlich“, sagt Marcelle Vanstreels. Es allen Recht machen – das ist eine gewaltige Herausforderung. Wir sind gespannt, was da noch kommt.

mz/mg - Bild: BRF Fernsehen