Ländliche Entwicklung: Dorfhaus in Valender wird neu gestaltet

Das Programm zur Ländlichen Entwicklung will vor allem eines: Leben in die Dörfer bringen. Der Initiativgeist der Bürger soll geweckt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Das jetzt in Valender in Angriff genommene Projekt trifft insofern ins Schwarze: Die Dorfgemeinschaft will ihr liebgewonnenes Dorfhaus generalüberholen lassen.

Das Dorfhaus ist in der Gegend bekannt wie die namensgebende Stadt: „Valencia“ und Valender – das passt nicht nur klanglich zusammen. Auch hier ist nämlich mehr los, als es auf den ersten Blick den Anschein haben könnte. „Wir haben im Schnitt um die 200 Veranstaltungen: Frühschoppen, Kartenspielen, die Landfrauen, verschiedene Vereine, die Pensionierten kommen regelmäßig. Wir haben also effektiv meistens Dauergäste. Und dann haben wir noch Veranstaltungen wie Geburtstage oder andere Familienfeiern, die hier ab und zu stattfinden“, erklärt Josef Johanns von der VoG Dorf- und Kulturgemeinschaft Valender.

Um so einen Treffpunkt im Dorf zu haben, waren die Einwohner schon vor fast 40 Jahren initiativ geworden. Josef Johanns gehörte damals noch zu den Vertretern der Jugend. „Als Dorfhaus haben wir 1981 eine Gesellschaft gegründet. Schon mindestens zehn Jahre vorher haben die Jugendlichen sich aber über die KLJ usw. hier getroffen. Und als der Lehrer und die Schule dann weg waren, haben wir einen Vertrag mit der Gemeinde gemacht, renoviert und ab 1982 regelmäßig Veranstaltungen gemacht“, erinnert er sich.

Doch die ehemalige Schule, die 1920 gegründet wurde, ist in die Jahre gekommen. Nun soll sie sozusagen von Kopf bis Fuß runderneuert werden – über das wallonische Programm zur Ländlichen Entwicklung. „Geplant ist jetzt die Dacherneuerung. Die Fassade wird gemacht, im Innenbereich werden die Sanitäranlagen ersetzt, das Treppenhaus wird erneuert und alles feuerdicht isoliert“, erklärt Amels Schöffe Marcel Thomé.

Das ist natürlich nicht umsonst zu haben, auch wenn die Dorfgemeinschaft bei den Planungen schon Abstriche machen musste. Auf insgesamt 400.000 Euro ist der Umbau veranschlagt. „Es ist ein Projekt, das doch sehr kostenaufwändig ist. Wir haben Glück, dass wir durch die Ländliche Entwicklung einen Zuschuss von 80 Prozent erhalten“, so Thomé – und zwar von der Wallonischen Region. 38.000 Euro muss die VoG Dorf- und Kulturgemeinschaft Valender über Reserven tragen, den Rest übernimmt die Gemeinde Amel.

Für solche Projekte braucht es aber auch einen langen Atem. „Über das Thema Ländliche Entwicklung sind wir schon 13 bis 14 Jahre dran und haben geplant und umgeplant… Definitive Pläne gibt es natürlich erst seit den letzten fünf bis sechs Jahren. Aber schlussendlich: Das Warten hat sich gelohnt! Wenn wir die Pläne sehen, dann wird das doch ein ganz tolles Projekt“, freut sich Johanns.

Es reiht sich ein in eine Serie von Vorhaben, die in der Gemeinde Amel teils schon realisiert wurden, teils noch bevorstehen. „Wir haben sieben Projekte seit 2006 angefragt. Das ist das fünfte Projekt. Danach kommt das Projekt in Meyerode, das Mitte März 2018 startet, und dann haben wir noch die Dorferneuerung in Herresbach anstehen“, erklärt Thomé.

Bis zum Sommer soll das Dorfhaus fertig sein. Bis dahin treffen sich die Leute aus Valender in einem Container, den die Gemeinde Amel bereitstellt. Das Valender Fest soll 2018 aber auf jeden Fall wieder im „Valencia“ steigen…

Text und Bilder: Stephan Pesch

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