Pilzsaison in Ostbelgien: Zehn Kilo pro Person und Tag erlaubt

Zehn Kilo Pilze pro Tag und pro Kopf - so viel dürfen Pilzsammler in Belgien aufheben. In den Nachbarländern sind die Regeln viel strikter. Die großzügigen Mengen, die gesammelt werden dürfen, führen immer wieder dazu, dass manche Abschnitte regelrecht abgeerntet werden - auch in Ostbelgien.

Pilze sammeln

Pilzsaison in ostbelgischen Wäldern. 60.000 verschiedene Pilzarten kommen hierzulande vor. Da gilt es, sich auszukennen, denn in Belgien gibt es 15 tödlich giftige Pilze. Wer also Pilze pflücken möchte, sollte genau wissen, was er tut.

Uwe Koch ist Pilzexperte und Biologe. Er verbringt viel Zeit im Wald. Regelmäßig führt er für das Haus Ternell Pilzwanderungen durch. Bis vor einigen Jahren beobachtete er immer wieder, wie organisierte Pilzsammler, unter anderem Osteuropäer, systematisch die Wälder nach Steinpilzen durchkämmten. Doch das habe sich geändert: „Vor ein paar Jahren war das noch so. Ich habe mich beim Förster mal beschwert und mittlerweile ist das definitiv zurück gegangen. Momentan sind es eher die Einheimischen, die die Wälder leer machen.“

Im Naturschutzgebiet ist das Sammeln von Pilzen verboten, in den Wäldern nicht. Belgien sollte nach Ansicht des Pilzexperten strengere Regeln einführen, um professionelles Sammeln zu verhindern. „Meine Meinung ist, dass es definitiv zu viel ist. Die Niederländer dürfen gar nicht sammeln, deshalb sieht man auch hier nur wenig Niederländer. Offensichtlich interessieren sie sich nicht so sehr für Pilze, weil sie sie auch zuhause nicht sammeln dürfen“, erklärt Koch.

„In Deutschland dürfen zwei Kilo pro Person und pro Tag gesammelt werden – und da halten sich die Deutschen witzigerweise auch in Belgien dran. Wenn sie mit den Pilzen nämlich nach Deutschland fahren, müssen sie da erklären, warum sie mehr haben und ob sie die nicht zu gewerblichen Zwecken nutzen. Und in Belgien darf man eben einen Zehn-Liter-Eimer füllen – das sind zehn Kilo.“

Es gebe zwar Kontrollen, doch nicht genügend. Meistens überschritten die Sammler die erlaubte Menge nicht. Allerdings wird den Sammlern empfohlen, nicht zu weit in den Wald zu gehen, um Flora und Fauna zu schonen. Auch sollten in der Jagdperiode die für diese Zeit geltenden Verbote und Bestimmungen beachtet werden.

Das Haus Ternell bietet Pilzwanderungen, ein Intensivseminar und eine Lehrschule für Einsteiger an. So wird verhindert, dass der Fliegenpilz irgendwann in der Suppe landet …

cd/mg - Bilder: Chantal Delhez (BRF)/Pixabay

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