Schon damals bemühte sich Dröge, einen deutschen Verleger zu finden. Mit dem Piper-Verlag ist ihm das nun gelungen. Moresnet, diese "Aktiengesellschaft mit Grenzen", gleiche noch am ehesten dem amerikanischen Virginia, gestartet als Privateigentum des britischen Handelshauses "Virginia Company", sagt Dröge im BRF-Interview.
Nun, Virginia wurde später ein Staat, das "Onverdeeld Gebied" schaffte es nicht. Warum, das wird Dröge Donnerstagabend darlegen. Er wird erläutern, warum es plötzlich nicht mehr in die Zeit passte, in die es so gut gepasst hatte, als Wilhelm von Preußen und Willem von Oranien es geschaffen hatten.
Es lebte ungestört mit einem einsamen Feldhüter, und Bürgermeistern, die es allen recht machen wollten, bis auf den letzten, der auf eine Aufteilung hinwirkte, im Sinne des inzwischen kaiserlichen Berlins.
Nichts in dem Buch ist trocken, dafür aber minutiös recherchiert in den Archiven in Eupen, Brüssel, Den Haag und Paris. Erfrischend ungewohnt ist die niederländische Perspektive auf das vergessene Nachbarland.
Jetzt liegt das Buch in deutsch vor. Der Name, den der Verlag dem kernigen Begriff Moresnet gibt, lautet "Niemands Land", in zwei Worten, also Niemandes Land, herrlich ins Bild gesetzt mit erzählerischem Selbstbewusstsein.
Die Lesung am Donnerstagabend beginnt um 20:00 Uhr.
ake/fs - Bild: Bernd Weishaupt/BRF