Heiliger Krieg: Theater inszeniert die Verzweiflung der Angehörigen

"Heiliger Krieg" thematisiert die Terrororganisation Islamischer Staat und stellt eine zentrale Frage: Was motiviert junge Menschen aus Europa, sich dem IS anzuschließen? Autor und Regisseur des Stücks ist der Iraner Reza Jafari. Als Co-Autor stand ihm ein Kelmiser zur Seite.

Es sind wahre Geschichten, die hier erzählt werden: Geschichten von Jugendlichen die in den Irak oder nach Syrien gereist sind, um sich dort dem IS anzuschließen.

Im Mittelpunkt des Stücks stehen vor allem drei Mütter, die begreifen, dass sie ihre Kinder nicht aufhalten können oder konnten. Wir sehen Menschen die sich verlieren und damit auch ihre Familien. Das einzige was sie vielleicht noch verbindet, ist die Verzweiflung.

Es ist kein einfacher Stoff für das Team aus Berufs- und Laienschauspielern. Deshalb setzt die Theatergruppe auch auf musikalische und tänzerische Einlagen. Doch auch sie sollen den Horror zum Ausdruck bringen.

„Was möchte ich mal machen? Wo ist mein Platz in diesem Leben?“ – Eigentlich sind das alltägliche Fragen von Sinn suchenden Jugendlichen, die – egal ob Muslime oder nicht – für einen romantisierten, in Wirklichkeit vor allem grausamen Krieg rekrutiert werden.

Es ist nicht das erste Stück, dass Reza Jafari und der Kelmiser Robert Schmetz zusammen geschrieben haben. Doch nie war es so schwer. Die Frage, ob sich die Einzelschicksale zu einer Geschichte bündeln lassen, hat Schmetz erst skeptisch gestimmt. Nach den Proben sieht das aber anders aus. Jetzt ist er mehr als nur erleichtert.

Das Theaterstück „Heiliger Krieg feiert am Freitag im Aachener chaOSTheater Premiere. Mehr Infos unter chaostheater.de.

Manuel Zimmermann - Bild: BRF Fernsehen

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