Athenäum St. Vith will Achtsamkeit fördern

Der Mensch hat mittlerweile eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne als ein Goldfisch. Zu diesem etwas polemischen Ergebnis kam 2015 eine Studie von Microsoft Kanada. Acht Sekunden widmen wir uns demnach durchschnittlich einer Sache. Goldfische kommen auf neun. Schuld daran sind laut Studie vor allem die Sozialen Medien und die zunehmende Digitalisierung. Das geht vor allem Jugendlichen und Kindern so.

Eine Möglichkeit, wieder Herr über seine Aufmerksamkeit zu werden, ist Achtsamkeitstraining. Primarschüler des Athenäums in St.Vith haben es erprobt. “Feuerwerk”, heißt die Übung, bei der die Kinder Armbewegungen und Atem in Einklang bringen sollen.

Vorher haben sie mehrere Minuten lang unter Anleitung der Trainerin meditiert und still gesessen. Die Übungen helfen ihnen, ihre Gefühle besser zu verstehen und entsprechend darauf zu reagieren. Nach jeder Übung sprechen die Trainer mit den Kindern über ihre Gefühle. So sollen sie lernen, auf sich selbst zu achten.

Seit gut zwei Jahren läuft an der Grundschule des königlichen Athenäums St. Vith und an der Grundschule “Villa Mirabella” im luxemburgischen Wiltz das von der EU geförderte Projekt “Sonnenblume”. Die Schüler machen seitdem regelmäßig Übungen, um ihre Achtsamkeit zu fördern, teils unter Anleitung der Achtsamkeitstrainer, teils in der Klasse unter Anleitung der Lehrer, die eigens dafür fortgebildet wurden.

Achtsamkeitstraining sind aber nicht nur Übungen, es ist auch eine Einstellungssache, sagen die Trainer. So können die Kinder zum Beispiel selbst entscheiden, ob sie an den Übungen teilnehmen, solange sie die anderen nicht stören. Das ist für viele Lehrer eine Umstellung, denn hier wird nicht von oben herab unterrichtet, sondern gemeinsam und auf Augenhöhe mit den Kindern an einer Sache gearbeitet.

Nächstes Jahr läuft das EU-Projekt aus, von Seiten der Lehrer und Teilnehmer ist aber jetzt schon klar, dass das Achtsamkeitstraining Teil der Unterrichtskultur bleiben wird.

Text: Anne Kelleter - Foto: BRF