Ländliche Entwicklung in Burg-Reuland geht in die nächste Runde

Dorfhäuser in alter Bausubstanz, neu gestaltete Ortskerne, sogenannte Sprungbrettwohnungen: In der Gemeinde Burg-Reuland ist über das Programm der Ländlichen Entwicklung schon so einiges verwirklicht worden. Nun steht eine neue Runde an und, wie die Bestandsaufnahme zeigt, geht es langsam ans Eingemachte.

Neustart der Ländlichen Entwicklung in der Gemeinde Burg-Reuland - Kulturhaus

Sie dürfen sich in der Gemeinde Burg-Reuland ruhig etwas darauf einbilden, dass sie schon früh profitierten von den wallonischen Fördergeldern im Rahmen der Ländlichen Entwicklung. Die hieß damals übrigens noch Ländliche Erneuerung.

Außer dem Namen haben sich im Laufe der Zeit auch die Schwerpunkte verändert, sagt Jerome Gennen, der innerhalb der Gemeinderatsmehrheit mit diesen Themen betraut ist: „Am Anfang, in den 70er Jahren, ging es um Basisinfrastruktur, um die Wasserleitungen, um die Grundversorgung der Gemeinde. Im späteren Verlauf ging es dann um die Lebensqualität. Da dachte man eher an Dorfverschönerung oder Versammlungsräume Und jetzt sieht man bei der Wallonischen Region, dass man tiefer gehen muss.“

Am Anfang steht  auch für den neuen Förderzeitraum eine gründliche Bestandsaufnahme. Dabei wurde suf die unterschiedlichsten Bereiche geschaut: Kulturerbe, Natur- und Umweltthemen, Mobilität, Energie, Bevölkerungsentwicklung, Altersstrukturen.

Anhand der Zahlen ist noch einmal klar geworden, dass gerade in letzterem Punkt dringender Handlungsbedarf besteht. In den vergangenen 25 Jahren ist der Bevölkerungszuwachs deutlich unter dem Schnitt geblieben. Die Geburtenzahlen sinken und die geburtenstarken Jahrgänge werden immer älter. Das sind die heute 40- bis 60-Jährigen, die knapp ein Drittel ausmachen. Schon jetzt kann man sich ausmalen, wie es um das Jahr 2050 herum aussehen wird.

Und was wird, wenn diese starken Jahrgänge mal nicht mehr da sind? Bei einer Einwohnerzahl, die konstant knapp unter 4000 liegt, hätte schon ein Rückgang von 500 Bürgern drastische Folgen, findet Jerome Gennen: „In einer kleinen Gemeinde kann sehr wenig gespart werden, weil die Basisinfrastruktur ja da sein muss. Wenn man da ein Achtel der Bevölkerung verliert, hat das massive Konsequenzen.“

Nun kann man diese Entwicklung über sich ergehen lassen oder etwas unternehmen. Was, das wollen Regionalentwickler und Gemeindepolitiker zusammen mit den Bürgern erörtern. In einem nächsten Schritt sind bis Mitte Juni nicht weniger als zwölf Dorfversammlungen terminiert. Die erste schon am kommenden Mittwoch im Dorfhaus „Alte Schule“ in Grüfflingen.

Diese wurde übrigens auch über das Programm zur Ländlichen Entwicklung renoviert wurde, wie Jerome Gennen betont: „Die Bürger können maßgeblich Dinge mit beeinflussen. Die Gemeinde kann konkrete Maßnahmen finanzieren, sie kann Anreize schaffen, aber wenn das von der Bevölkerung nicht mitgetragen wird, sind alle diese Bemühungen fruchtlos.“

Text und Bild: Stephan Pesch

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