Ungleiche Zwillinge: Bredo und Huppertz schaffen zwei Skulpturen

Ausgangspunkt ist eine Initiative der Kulturzentren von Stavelot und Trois-Ponts: Wie bei einer Flaschenpost sollten die Leute aufschreiben, was ihnen an ihren Gemeinden gefällt und was nicht, was sie erwarten und was sie bedrückt. Nun soll das alles künstlerisch umgesetzt werden. Dafür haben sich mit Jean-Pierre Bredo und Norbert Huppertz zwei Künstler zusammengetan.

Seit Mitte Februar arbeiten Jean-Pierre Bredo und Norbert Huppertz in einer alten Werkhalle am Quai des Vieux Moulins in Stavelot. Sie brauchten Platz, denn die beiden Skulpturen, die sie aus vielen Einzelteilen zusammensetzen, sind immerhin 3,50 Meter hoch.

Jean-Pierre Bredo hatte als ortsansässiger Künstler den Auftrag erhalten, schaute sich dann aber schon bald nach Verstärkung um: „In der kurzen Zeit konnte ich das alleine nicht schaffen. Darum habe ich meinen Künstlerfreund Norbert Huppertz gebeten, mit mir daran zu arbeiten. So ist das Projekt entstanden.“

Norbert Huppertz musste erst mal drüber schlafen, sagte dann aber gleich zu: „Es sind zwei Charaktere, die zusammenkommen. Ich kenne Jean-Pierre seit 15 Jahren. Wir haben schon zusammen ausgestellt, haben ein bisschen dieselbe Denkweise und ich dachte: Das kannst Du versuchen mit ihm.“

Dabei bringen beide ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit: „Wir haben schon eine unterschiedliche Herangehensweise. Norbert ist Autodidakt, ich habe eine künstlerische Ausbildung absolviert. Aber auf technischem Gebiet hat er mir sehr geholfen. Insofern war es sehr bereichernd, jedenfalls für mich und ich hoffe, auch für ihn.“

Norbert Huppertz kann ihm nur beipflichten. „Ich habe viel von ihm gelernt. Er hat die Kunstschule besucht, ich habe mehr Praxis in Eisenverarbeitung und Technik. Das haben wir versucht zu kumulieren und ich glaube, das ist teilweise auch gelungen. Wir hatten sehr wenige Diskussionen und immer einen Weg gefunden,so dass es keinen Streit gab.“

Eine Skulptur soll in Stavelot oberhalb der Abtei zu stehen kommen, die andere in Trois-Ponts. Trotz der Entfernung sollen beide Installationen miteinander kommunizieren. Kunst als Sprachrohr. Beide Skulpturen sollen von der Struktur her einander entsprechen, und doch so verschieden sein wie die beiden Ortschaften.

In der Auseinandersetzung mit dieser Kunst gilt übrigens ausdrücklich: Berühren erlaubt! „Es gibt einige Teile, die lassen sich bewegen. Da kann man praktisch dran spielen. Der Wind macht auch einiges, verschiedene Teile in der Skulptur bewegen sich praktisch.mit der Natur“, erklärt Norbert Huppertz.

Ab Mitte Mai sollen die beiden Skulpturen in Stavelot und Trois-Ponts aufgestellt werden. Für Anfang Juni ist die Einweihung geplant.

Mit ganz anderen Werken ist der Künstler Jean-Pierre Bredo ab Freitag, dem 7. April  in der KunstGalerie in Born zu sehen. Dort stellt er bis zum 23. April zusammen mit Lia Ploumen aus.

Text und Foto: Stephan Pesch

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