Haus Heidi: Frischer Wind im KUZ Burg Reuland

Das Kultur- und Begegnungszentrum KUZ in Burg Reuland ist seit 25 Jahren ein beliebtes Ziel für Schulklassen und andere Gruppen. Die Gebäude des Zentrums sind jedoch in die Jahre gekommen. Deshalb hat die DG 1,2 Millionen Euro in ihr Zentrum investiert. Nach der offiziellen Eröffnung läuft der Betrieb wieder auf Hochtouren. Diese Woche sind 52 Primarschüler aus Grâce-Hollogne dort zu Gast.

Sie sind auf Spurensuche. Zusammen mit dem Ornithologen Gerhard Reuter erkunden die Kinder der Primarschule „Julie et Mélissa“ aus Grace-Hollogne die Natur. Drei Tage lang sind sie in Burg Reuland. Untergebracht sind die Schüler im Haus Heidi, dem neu eröffneten Gästehaus des Kultur- und Begegnungszentrums KUZ.

Der Bau aus dem Jahr 1978 wurde von Grund auf saniert – energetisch und optisch. „Es war in katastrophalem Zustand: Es waren Schimmelpilze unten im Keller und alles war feucht. Die Schafräume waren einfach nur Klassenräume, die wir umfunktioniert hatten in Schlafräume: Die Pulte wurden rausgesetzt, die Militärbetten reingesetzt, die Tafel wurde abgebaut und schon ging es los. Das haben wir in den letzten 24 Jahren so gemacht. Der Sanitärtrakt war in der Besenkammer – das war nicht sehr prickelnd und angenehm für die Kinder“, erklärt Eric Dries, der Leiter des KUZ. „Es ging jetzt darum, schonmal einen Standard zu setzen, um unsere Stammkundschaft vernünftig zu bewirten und unterzubringen.“

Zehn neue Zimmer

Zehn neue Zimmer stehen zur Verfügung. Sie bieten Platz für 65 Gäste. Neben Schulklassen können auch andere Gruppen oder Einzelgäste hier übernachten, zum Beispiel (Musik)Vereine, Chöre oder Jugendfußballmannschaften. „Die werden dann hier mit Übernachtung und Vollpension bewirtet“, so Dries.

Für die Schulklassen wird ein pädagogisches Programm zusammengestellt – wahlweise für drei oder fünf Tage. Neben der Natur gehören auch Kunst und Musik zum Angebot: So werden die Kinder zum Beispiel in das Malen an der Staffelei eingeführt. Nebenan gibt es einen Laborraum, in dem naturkundliche Experimente durchgeführt werden können. Insgesamt fünf Werkräume gibt es im sanierten Kellergeschoss des Hauses.

Der multifunktionale Eingangsbereich im Haus Heidi kann auf verschiedene Weise genutzt werden. Für die Schüler aus Grâce-Hollogne wird dort ein Theateratelier angeboten. Abends dient der Bereich als Aufenthaltsraum.

Bis zu 7.000 Übernachtungen pro Jahr

Das vielfältige Angebot kommt an. „Das KUZ gibt es jetzt seit 25 Jahren. Ganz am Anfang war der Grundgedanke ein Schüleraustausch. Die ersten zehn Jahre hatten wir so 3.500 Übernachtungen pro Jahr, mittlerweile schwanken wir zwischen 6.500 und 7.000 Übernachtungen pro Jahr“, erklärt Dries.

Die Gäste des KUZ kommen aus Flandern und der Wallonie, aber auch Besucher aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg nutzen das KUZ als Landschulheim. Oft ist es Mund-zu-Mund-Propaganda, die die Gruppen nach Burg Reuland führt. So auch im Fall der Schule aus Grâce-Hollogne. Die Klassenlehrerin ist begeistert. „Alles ist sehr gepflegt. Es ist gut organisiert und die Animationen sind wirklich nett. Es gefällt den Kindern sehr gut. Die Umgebung ist schön und es ist sicher“, sagt Géraldine Cerutti.

Im KUZ stehen schon die nächsten Projekte an. Die Paul-Gerardy-Grundschule wird gerade energetisch saniert, und nebenan haben die Ausschachtungsarbeiten für die Erweiterung der Sporthalle begonnen, die auch von den Gästen des KUZ genutzt werden kann. Und auch im Haus Anita, das zuletzt 1998 teil renoviert wurde, stehen noch Arbeiten an. In Burg Reuland hofft man nun auf viele neue Gäste.

mb/mg