Abrissarbeiten für neues Justizgebäude im Gange

An der Vervierser Straße in Eupen arbeiten die Bagger auf Hochtouren. Hier soll das langersehnete Justizgebäude entstehen. Seit der Einsetzung des Gerichtsbezirks Eupen vor fast dreißig Jahren wartet die Justiz darauf. Denn der derzeitige Platzmangel ist enorm und die Arbeitsbedingungen unterirdisch.

„Auf der grünen Wiese ist es natürlich viel unkomplizierter. Flächenmäßig und von der Planung her. Aber ein solcher Komplex in der Innenstadt ist für alle viel einfacher zu erreichen“, sagt Dominique Bourseaux.

Die Architektin der Gebäuderegie will einem neuen Viertel ein Gesicht geben. Die brachliegende Fläche soll genutzt nutzen. Die architektonische Aufgabe: ein Gerichtsgebäude passend zur Größe des Gerichtsbezirks. Kein Riesengebäude sondern ein funktionelles. Trotzdem ein repräsentativer Bau mit einer großen Eingangshalle und einer Wandelhalle mit Blick auf den Innenhof.

„Um zu zeigen, dass die Justiz für jeden zugänglich sein sollte“, so Bourseaux.

Das erinnert an die im Französischen sprichwörtlichen „salles des pas perdus“. Ein sprachliches Bild für die Gefühlslage von Rechtssuchenden, Beschuldigten, Anwälten und Gerichtspersonal.

Ein Gerichtsgebäude spiegelt auch stets die gesellschaftliche Vorstellung von Justiz. Man denke nur an den majestätischen und erdrückenden Brüsseler Justizpalast aus der Zeit der Staatsgründung.

Im späten vorigen Jahrhundert herrschte Sachlichkeit vor. In Antwerpen gab man sich künstlerisch, mit einem gewagten Dach in Form der Spitzhüte der Richter aus früheren Zeiten. Doch wie wird es in Eupen sein? „Es wird nicht mit hohen Kosten verbunden sein. Eher sachlich und  praktisch und mit einer Fassade, die zeigt, dass die Justiz für jeden zugänglich ist“, so die Architektin.

Und zu den Auflagen des Urbanismus meint Domnique Bourseaux:

„Wir durften keine Ziegelsteine verwenden, sondern uns durch weißen Putz und hellen Glaslementen absetzen. Um keine Kopie des Bestehenden zu machen, sondern eine Integration mit zeitgenössischen Elementen.“

Frederik Schunck - Bild: BRF