Burg-Reuland fest in Frauenhand: Möhnen stürmen das Kulturhaus

Die Möhnen aus den südlichen Ortschaften der Gemeinde Burg-Reuland konnten es kaum erwarten. Früher als die anderen, die sich noch eine Woche gedulden müssen, stürmten sie am Donnerstag das Kulturhaus von Burg-Reuland und übernahmen die Macht. Für Marion Dhur, die neue Bürgermeisterin der Gemeinde, war es eine Premiere - und für die Frauen auch, denn bislang mussten die Männer dran glauben.

Es ist in Burg-Reuland Tradition: Am dritten Fettdonnerstag stürmen die Möhnen aus Oudler, Lascheid, Alster, Maspelt und Burg-Reuland das Kulturhaus. Üblicherweise zeigen die Frauen den Männern dann, wo es lang geht, wenn sie die Macht an sich reißen. Doch seit kurzem hat eine Frau das Sagen in der Gemeinde, so dass Frauenpower schon vorhanden ist.

„Die meisten Reden der Bürgermeister beginnen mit: ‚Einmal im Jahr an den tollen Tagen haben die Frauen in der Gemeinde das Sagen‘. In der Gemeinde Burg Reuland ist das jetzt anders: Seit dem 1. Februar haben die Frauen das Sagen – und das an allen Tagen“, sagte die neue Bürgermeisterin Marion Dhur in ihrer Rede und erntete dafür tosenden Applaus.

Für Marion Dhur war es eine Premiere – und im Handumdrehen wurde sie sogar zur Generalobermöhn gekürt. Und das feierten die Möhnen ausgiebig – unter dem amüsierten Blick von Prinz Andreas aus Oudler. Dass Marion Dhur eigentlich keine eingefleischte Karnevalistin ist, fiel gar nicht auf. Schließlich blieb ihr nicht viel anderes übrig. „Es macht mir sehr viel Spaß. Ich fand auch die Texte gut, die die Möhnen gebracht haben. Am Ende werde ich wirklich noch zum Karnevalisten – obwohl ich es bisher noch nicht bin“, so Dhur. In den Texten ging es unter anderem darum, dass die Gemeinde noch viele Baustellen hat, aber nicht so viel in der Brieftasche.

Nächste Woche sind die Möhnen aus dem Norden Burg-Reulands an der Reihe. Dann ergreifen auch sie die Macht in der einzigen Gemeinde der DG, die fest in Frauenhand ist.

Chantal Delhez - Bilder: BRF