Geschichte zum Anfassen im Reuländer Kulturhaus

Was um Himmels willen ist ein "Schlotterfass"? Wie kamen die Leute früher eigentlich an Neuigkeiten – ohne Facebook oder Twitter? Solche und viele andere Fragen beantwortet eine Ausstellung im Kulturhaus von Burg-Reuland. Wir haben Schüler aus Oudler und Lascheid beim Besuch der Ausstellung begleitet.

Das hören die Schulkinder auch nicht alle Tage. Museumsführer Willy Wittrock schlüpft in die Rolle eines Ausrufers. So wurden wichtige Mitteilungen verkündet, lange bevor es Radio, geschweige denn Internet gab.

Wie ihre Vorfahren ohne moderne Technik, dafür aber mit einer Vielzahl anderer Hilfsmittel auskamen. Das können die Schüler bei der Ausstellung im Reuländer Kulturhaus entdecken. Ein Gebäude, das einmal eine Schule war. Heute beherbergt es den Dachverband für Kultur und Tourismus. Zusammen mit dem Schöffen André Kleis hat Walter Schlabertz diese Schau mit der Dauerausstellung des Reuländer Heimatmuseums verknüpft.

„Im vergangenen Sommer bin ich durch Zufall auf eine ähnliche Ausstellung auf Schloss Wallerode gestoßen,“ erzählt Walter Schlabertz. „Das hat mir gefallen. Erstens habe ich eine Affinität zu unserer regionalen Geschichte und zweitens darf das für die Kinder nicht verloren gehen.“

Die Fotosammlung geht noch auf die Zeit der landwirtschaftlichen Wanderausstellungen zurück. Und für die Original-Exponate kannte Walter Schlabertz auch die richtige Adresse: „Ich habe Kontakt aufgenommen mit der Folkloregruppe in Aldringen. So haben wir verschiedene Gegenstände gesammelt und zusammengetragen.“

Neben landwirtschaftlichen Geräten sind im Kulturhaus auch viele andere Gebrauchsgegenstände zu sehen. Die wecken offenkundig das Interesse der Kinder.

„Die Tippmaschine finde ich sehr schön, weil heute macht man das ja mit dem Computer und nicht mehr mit so einer Maschine“, findet Markus. Sein Klassenkamerad Marvin erklärt: „Mich hat interessiert, wie die Hecken geschnitten wurden, heute wird das ja nicht mehr mit sowas gemacht…“

„Die Kinder kennen einiges, wissen es nicht zu deuten, sind aber sehr interessiert“, erklärt Walter Schlabertz. „Sie wissen, damit haben Opa und Oma oder Urgroßvater und Urgroßmutter noch gearbeitet, damit haben sie gelebt und deshalb ist es etwas Authentisches. Das ist Geschichte zum Anfassen und das interessiert auch Kinder.“

Beim Besuch der Schüler kommen Walter Schlabertz und Willy Wittrock jedenfalls kaum mit dem Erklären nach. Deshalb haben die beiden auch ein kleines Quiz entwickelt. So sollen die Kindern sich über den Ausstellungsbesuch hinaus mit dem Thema auseinandersetzen. Oder, wie Willy Wittrock sagt: „Über die Vergangenheit nachdenken, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten.“

Die Ausstellung mit früheren Gebrauchsgegenständen aus der Eifel ist noch bis zum 5. Februar im Kulturhaus in Burg-Reuland zu sehen. Auch für erwachsene Besucher.

Text und Bilder: Stephan Pesch