Bereitschaftsdienst der Hausärzte: Neue Regelung an Wochenenden und Feiertagen

Seit Anfang Januar gilt für den hausärztlichen Bereitschaftsdienst eine neue Regelung. Während der Bereitschaftsdienst in der Eifel in der Klinik St. Josef angesiedelt wurde, verhält es sich im Norden der Gemeinschaft ein wenig anders.

Besuch beim Hausarzt (Illustrationsbild: Anthony Delhez/Belga)

Illustrationsbild: Anthony Delhez/Belga

Der Bereitschaftsdienst tagsüber wird in den Räumlichkeiten der Tagesklinik des Nikolaus-Krankenhauses in Eupen stattfinden. Wer aber zwischen 20 Uhr und 8 Uhr morgens dringend einen Hausarzt braucht, muss unter Umständen nach Verviers fahren.

Für die Bereitschaftsdienste während der Woche ändert sich nichts. Patienten rufen wie üblich das Krankenhaus an, um zu erfahren, welcher Arzt Dienst hat. An Wochenenden und Feiertagen gilt ab sofort eine neue Regelung: Freitag ab 20 Uhr bis Montag 8 Uhr übernimmt die 1733 die hausärztlichen Bereitschaftsdienste. Die Patienten, die dort anrufen, werden weitergeleitet oder erhalten einen Termin in einem der Bereitschaftsdienstposten.

Das bedeutet konkret: Wenn man zum Beispiel am Samstagmorgen nach 8 Uhr dringend einen Hausarzt braucht, wählt man die 1733 und erhält einen Termin. Der diensttuende Hausarzt empfängt dann den Patienten in den Räumlichkeiten der Tagesklinik, die das Eupener Krankenhaus zur Verfügung stellt.

Neue Regelung an Sonn- und Feiertagen

Braucht man aber am Samstagabend nach 20 Uhr ärztliche Hilfe sieht die Situation anders aus. Patienten sollen auch dann die 1733 anrufen. „Entweder bekommen sie am nächsten Tag, also am Sonntag einen Termin im Bereitschaftsdienst“, erklärt  Dr. Marc Franckh, Co-Vorsitzender der Vereinigung der Allgemeinmediziner des Nordens der DG, „oder ein Arzt kommt zu den Patienten oder sie können zur Sprechstunde in Verviers gehen, die hat einen Nachtdienst – das ist auch eine Möglichkeit. Oder ein Arzt wird zum Patienten gefahren, das gilt zum Beispiel für Patienten, die in Heimen leben oder die ihre Wohnung nicht verlassen können.“

Eupen: Zu nah an Verviers und Ärztemangel

Das System habe bereits in Lontzen und Kelmis so funktioniert, jetzt seien Eupen und Raeren sowie der Süden hinzugekommen, so Dr. Franckh. Die Frage, warum der Bereitschaftsdienst nicht ganz im Eupener Krankenhaus angesiedelt wurde, beantwortet Dr. Franckh so: „Wir haben kämpfen müssen, um in Sankt Vith einen Bereitschaftsdienst zu öffnen, der Tag und Nacht offen ist. Das war nicht so einfach, unsere Besprechungen mit der Inami, um das zu finanzieren. Es ist uns gelungen, einen Bereitschaftsdienst in Sankt Vith zu öffnen, aber Eupen ist zu nah an Verviers, um das finanziert zu bekommen.“

Und es gibt ein weiteres Problem: „Es herrscht hier Ärztemangel, wir sind nicht so viele Ärzte, um die Dienste zu verteilen. Viele Ärzte sind auch etwas älter und machen keine Nachtdienste mehr. Deswegen war es für uns auch wichtig, die Dienste auf eine größere Region zu verteilen.“

Wegen des Ärztemangels hätte man es vielleicht nicht geschafft, ohne dieses neue System Bereitschaftsdienste zu organisieren, so Dr. Franckh. Ausserdem komme es relativ selten vor, dass Patienten nachts einen Termin beim Hausarzt brauchten. Dr. Franckh: „Ich glaube nicht, dass viele nach Verviers werden fahren müssen. Es ist selten, dass wir nachts so dringende Fälle haben.“ Man müsse auch nicht vergessen, dass in dringenden, kritischen oder lebensbedrohlichen Fällen jederzeit die Notaufnahme zur Verfügung stehe.

cd/est - Illustrationsbild: Anthony Delhez/BELGA