Studie am Eupener Werthplatz: Architekten ziehen Zwischenbilanz

Der Werthplatz muss auch als Platz erkennbar sein, sagt Remy Kroese vom Architekturbüro "Dear Hunter". Seit einem Monat lebt er in einem Container auf dem Werthplatz. Im Auftrag der Stadt Eupen soll er herausfinden, was die Bürger vom Werthplatz erwarten. Diese Erkenntnisse könnten in eine mögliche Neugestaltung einfließen.

Container des Architektenbüros "Dear Hunter" auf dem Eupener Werthplatz

Seit einem Monat wohnen Marlies Vermeulen und Remy Kroese vom Architekturbüro „Dear Hunter“ in einem Container auf dem Eupener Werthplatz. Ihre Aufgabe: Sie sollen in Gesprächen mit Bürgern und Besuchern herausfinden, was sie vom Werthplatz erwarten und wie man ihn attraktiver machen könnte. Um den Werthplatz und die Menschen, die ihn nutzen zu verstehen, muss man ihn fühlen, ihn erleben, sagt Remy Kroese.

Erste Beobachtung: Der Werthplatz hat viele Gesichter – Bring- und Abholstation, Parkplatz, Treffpunkt. Und neben dem wöchentlichen Freitagsmarkt ist der Werthplatz rund zwölfmal im Jahr auch Veranstaltungsort: Maibaumaufsetzen, Kirmes, Tirolerfest, Pigallefest.

Zum Feiern ist der Werthplatz erste Wahl. „Das ist kein Problem. Aber eine Kombination von Events, wo es um Feuern und Trinken geht, dadurch kann der Platz ein bestimmtes Image bekommen. Das ist dann schwierig, das wieder zu ändern.“

Alle wünschen sich einen schöneren Werthplatz. Ein attraktiver Bodenbelag, ein paar Bäume und Bänke. Vielen würde das schon reichen. Denn als richtiger Platz ist er nicht gleich zu erkennen, sagt auch Remy Kroese.

Ja, aber …

Zweite wichtige Erkenntnis nach einem Monat: Jedem Vorschlag zur Aufwertung folgt ein „Ja, aber“. Schöner Platz mit Bäumen: Ja, aber wohin dann mit Kirmes und Tirolerfest? Die meiste Zeit ist der Werthplatz einfach nur ein Parkplatz, nicht besonders attraktiv, aber das soll trotzdem so bleiben.

Für die Belebung der Eupener Innenstadt könnte ein attraktiver Werthplatz eine wichtige Rolle spielen, sagt Remy Kroese. Auch als Verbindungsglied zwischen Bahnhof und Gospertstraße und der weiteren Innenstadt könnte er von Bedeutung sein. Vor allem wenn man Kloster Heidberg und Heidberg Park miteinbeziehen würde.

Am Freitag können die Bürger mit Dear Hunter über ihre eigenen Ideen und Vorschläge sprechen. Marlies Vermeulen und Remy Kroese laden zum Tag der Offenen Tür – allerdings nicht im Container, sondern beim Rat für Stadtmarketing im Tourist Info Büro am Marktplatz.

Volker Krings