Pilotenschein für Drohnen: Michael Leufgen hat die Lizenz zum Fliegen

Er hat die Lizenz zum Fliegen - zum Drohnenfliegen. Michael Leufgen aus St. Vith arbeitet professionell mit den funkferngesteuerten Fluggeräten. Seit dem Frühjahr gibt es in Belgien eine gesetzliche Regelung mit einer entsprechenden Ausbildung. Der BRF hat Michael Leufgen bei einer Flugstunde begleitet.

Ein gewisses Händchen sollte man schon haben für die Hebel an der Fernbedienung – und Michael Leufgen ist ja auch nicht von heute auf morgen zum Drohnenpiloten geworden. „Ich habe im Alter von zwölf Jahren mit Modellflugzeugen angefangen, später kamen dann Hubschrauber hinzu und vor fünf Jahren habe ich mit Multikoptern angefangen.“

Das (Drohnen-)Fliegen betreibt der Ingenieur nebenberuflich. Von einem Hobby zu sprechen, wäre aber angesichts der Anforderungen, die es mit sich bringt, wohl untertrieben. Michael Leufgen nimmt die Sache jedenfalls äuβerst ernst. „Die Drohnen sind an und für sich einfach zu steuern, aber es ist dennoch ein großes Sicherheitsproblem, wenn man zum Beispiel über Menschen fliegen und ein technischer Defekt passieren würde. Das könnte schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.“

Er selbst musste mal eine Drohne im Gebüsch notlanden, weil der Akku unvorhergesehen den Geist aufgegeben hatte. Michael Leufgen nimmt aber sowieso bewusst Abstand von Menschenansammlungen. „Es gibt die Klasse 1b – zum Fliegen in Ortschaften, aber nicht über Menschenmengen. Klasse 1a ist dann für höheres Risiko, beispielsweise bei Hochzeiten oder Sportveranstaltungen oder Festivals – das ist höchstes Risiko. Die Drohne muss speziellen technischen Anforderungen entsprechen. Man muss eine Genehmigung anfragen, bevor man starten darf.“

Eine medizinische Untersuchung musste auch Michael Leufgen über sich ergehen lassen. „Die medizinische Prüfung ist die gleiche wie für Ultraleicht-Piloten. Es wird ein Sehtest gemacht und noch verschiedene andere Tests.“

Jeden Flug muss Michael Leufgen in ein Logbuch eintragen, mit allen Koordinaten, Sichtweiten usw. Zu seiner Arbeit gehört auch, dass er sich vorher vergewissert, ob der Luftraum frei ist – bis zu 300 Fuß, das sind 91 Meter, darf er seine Drohne steigen lassen. Das reicht auch völlig aus sagt er, um tolle Luftaufnahmen zu machen.

Seit einiger Zeit arbeitet er mit dem Kamerateam St. Vith zusammen – für Firmenvideos oder Imagefilme. „Wir haben schon einige Sachen zusammen gemacht. Wir haben vor ein paar Jahren erste Versuche gestartet, damals war die Technik noch nicht soweit, da war die Bildqualität nicht immer wie gewünscht. Mittlerweile haben wir aber da große Fortschritte gemacht.“

Und Michael Leufgen kann sich für die Drohnen noch ganz andere Nutzungsmöglichkeiten vorstellen. „Beispielsweise könnte man mit einer Wärmebildkamera Thermographieaufnahmen von Photovoltaikanlagen machen, um die Panele zu überprüfen. Oder für Immobilienanzeigen oder als Geschenkidee, eine Leinwand vom Eigenheim oder vom Dorf…“

Weitere Anwendungen wären das Überfliegen von Kornfeldern vor dem Abernten, um verstecktes Wild aufzuspüren, archäologische Hilfestellung aus der Luft oder die Photogrammetrie, aus der sich dreidimensionale Abbildungen entwickeln lassen. Und warum nicht die Unterstützung von Rettungsdiensten?

Wer sich selbst an diesen Flugobjekten versuchen will, dem rät Michael Leufgen seriös an die Sache heranzugehen. „Wenn er wirklich Interesse hat, professionell Multikopter zu fliegen, dann sollte er auf jeden Fall eine Schulung mitmachen, um sich genau in das Thema einzuarbeiten. Vielleicht im Vorfeld im kleinen Rahmen zu Hause üben – mit einer kleinen Drohne, die maximal ein Kilo wiegt. Die sind zugelassen für den privaten Gebrauch auf dem Privatgrundstück bis zu einer Höhe von zehn Metern. Man sollte sich mit dem Thema vertraut machen und parallel dazu die Schulung machen und eben die Lizenz erwerben.“

Stephan Pesch - Bilder: Stephan Pesch/Achim Nelles/ Michael Leufgen

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