Neuer Betreiber für Bahnhof Raeren in Aussicht

Lange herrschte Stillstand am Raerener Bahnhof. Das hatte auch die CSL-Opposition im Gemeinderat Anfang des Monats kritisiert. Jetzt scheint aber Bewegung in die Sache zu kommen. Auf Anfrage des BRF erklärte Raerens Bürgermeister Hans-Dieter Laschet, es gäbe neue Interessenten.

Zeitzeugnisse am Bahnhof Raeren

Der alte Bahnhof in Raeren

Mit relativ harscher Kritik hatte die CSL Raeren Anfang des Monats auf die Zustände am Raerener Bahnhof hingewiesen [siehe: Bahnhof Raeren: CSL kritisiert Stillstand]. Seit drei Jahren plant die Gemeinde dort entlang der RaVel-Strecke einen kleinen Gastronomiebetrieb und die touristische Aufwertung des Areals. Die Opposition hatte der Mehrheit unter Bürgermeister Hans-Dieter Laschet vorgeworfen, konzeptlos an die ganze Sache heran gegangen zu sein. So habe man übereifrig zwei Waggons gekauft, die seitdem auf den Gleisen verrotten und auch sonst habe man das Dossier viel zu lange schleifen lassen, erklärte der CSL-Fraktionsvorsitzende Mario Pitz.

Ganz so will Bürgermeister Hans-Dieter Laschet diese Kritik aber nicht auf sich sitzen lassen: Beim Kauf der Waggons sei man vielleicht ein bisschen zu euphorisch gewesen, gibt er zu, aber hinter den Kulissen sei viel passiert. „Wir haben das Gelände und die Stellwerke gekauft, um eine Anlaufstelle am Ravel zu machen. Das ist sehr wichtig für den Tourismus in der Gemeinde Raeren. Wir sind jetzt aber in der Endphase, glaube ich. Wir haben ein sehr interessantes Ehepaar, das mit einsteigen möchte und nächste Woche noch eine Versammlung mit einem weiteren Interessenten. Ich glaube, dass wir Ende September, Anfang Oktober – wenn die alle ihre Feinheiten nochmal überprüft haben – eine Anlaufstelle dort haben werden.“

Definitive Zusage Ende September, Anfang Oktober erwartet

Sprich, Ende September, Anfang Oktober erwartet die Gemeinde die definitive Zusage seitens der Bewerber. Dann will sie auch Genaueres über die Umbaupläne am alten Stellwerk verraten. „Es ist auf jeden Fall eine Anlaufstelle um etwas zu trinken und eine kleinere Restauration geplant. Aber was genau, hängt jeweils von den neuen Betreibern ab“, erklärt Bürgermeister Laschet.

Bisher ist nur klar, dass die Gemeinde einen Großteil der Infrastruktur zur Verfügung stellt. Der Betreiber soll das Gelände dann für einen symbolischen Preis pachten, sowie die Einrichtung und die laufenden Kosten bezahlen.

Konkreter spricht Laschet schon über die Gestaltung des restlichen Geländes: Neben dem alten Stellwerk und einer Drehscheibe stehen am Bahnhof Raeren zahlreiche, historisch wertvolle Elemente aus der Eisenbahngeschichte, die die Gemeinde für Besucher zugänglich machen will. „Das Ganze muss mit eingebunden werden und da sind auch die Eisenbahnfreunde (aus Walheim, adR.), die Interesse bekundet haben, um das Stellwerk parallel mit einzubinden – mit Besichtigungszeiten, wo jemand da ist, der das Stellwerk aufschließt. Und dann kommen da auch richtige Informationen hin mit Fotos, die zeigen, wie es hier früher war. Außerdem sind wir mit der Eisenbahngesellschaft im Gespräch um den Naturlehrpfand auf das Gelände entlang des RaVel auszuweiten und dort einen ähnlichen Pfad zur Eisenbahngeschichte anzulegen. Das ist auch im Projekt drin.“

Laschet: „Wir sollten am Ravel nicht den Zug verpassen“

Dass aber die Wiederbelebung des Raerener Bahnhofs auch vor den Kulissen nicht mehr lange dauern sollte, darin sind sich Opposition und Mehrheit einig, denn der RaVel ist einer der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte in Raeren. „Wir haben vor allem sanften Tourismus in Raeren. Ich denke hier ans Museum. Wir haben unsere Wanderwege, die sehr bekannt sind, und wir haben den RaVel. Und wir sollten dort nicht den Zug verpassen. Wir sehen auch, dass unsere Hoteliers und unsere Bed and Breakfast-Geschäftsleute eine unwahrscheinliche Nachfrage haben durch den Radtourismus. Die Übernachtungen sind steigend, also man sieht, dass das doch etwas bringt und wir sollten da jetzt auch wirklich das Ding zu Ende machen.“

Bürgermeister Hans-Dieter Laschet hofft darauf, dass die Anlage mit der nächsten Saison in Betrieb genommen werden kann. Die Gesamtkosten für den Gastronomiebetrieb und die touristische Aufwertung schätzt er auf gut 200.000 Euro. Wenn die DG das Projekt subventioniert, beträgt der Kostenanteil für die Gemeinde noch rund 130.000 Euro.

Text und Bild: Anne Kelleter