Grundstein fürs Alter: Seniorenheim in Bütgenbach wird ausgebaut

Dass der Bedarf in der Altenpflege steigt, liegt angesichts der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft auf der Hand. In Bütgenbach läuft nun der seit langem geplante Ausbau des Seniorenheims. In einem neuen Rundbau sollen 52 Zimmer für Menschen mit einer demenziellen Veränderung entstehen. Am Mittwoch war feierliche Grundsteinlegung.

Aus der Vogelperspektive, vom Dach des bestehenden Alten- und Pflegewohnheims in Bütgenbach, ist die neue Grundstruktur gut zu erkennen: Über eine Verbindung zum jetzigen Bau entstehen im Kreis insgesamt 52 neue Einzelzimmer, will heißen 26 auf zwei Ebenen.

Der Rundbau bietet den Vorteil, dass die Wege kurz sind und das Pflegepersonal alles im Blick hat. Körperlich sind heutzutage die meisten Senioren zwar fitter, doch hat die Zahl der Bewohner mit demenziellen Veränderungen stark zugenommen. Betreuung und Pflege müssten dem Rechnung tragen, sagt Vivias-Direktor Luc Wampach.

Ausbau soll zwei Jahre dauern

Der Ausbau des Seniorenheims ist für die Interkommunale Vivias und ihren Verwaltungsratsvorsitzenden Friedhelm Wirtz aber nicht nur eine Antwort auf neue Pflegeanforderungen. „Wir schließen damit eine weitere Lücke im Versorgungsengpass“, erklärt Wirtz. „Es gibt nach wie vor Wartelisten. Wenn dieser Bau jetzt beendet ist und diese Betten zusätzlich zur Verfügung stehen, wird das ein Schritt dahin sein, dass wir den Anfragen gerecht werden können.“

Und wenn von einem „Schritt“ die Rede ist, bedeutet das wohl auch, dass weitere folgen sollen. „Ich denke ganz konkret an unser Seniorenheim in St. Vith. Sobald das Projekt hier einmal realisiert ist, werden wir auch an Ausbau in St. Vith denken müssen“, so Wirtz.

Für den Ausbau in Bütgenbach sind rund zwei Jahre veranschlagt. Daneben lässt die Interkommunale Vivias Arbeiten am bestehenden Gebäude ausführen. Eine Schleusentür am Haupteingang, ein neues Meldesystem, neue Ölheizkessel, Dachisolierung, Trennung von Schmutz- und Regenwasser…

Doppelzimmerstruktur steht zur Diskussion

Darüber hinaus steht die bisherige Doppelzimmerstruktur zur Diskussion. „Das ist etwas, das, als 1993 gebaut wurde, zwanggebend war. Man sollte Doppelzimmer machen, damit die Bewohner sich nicht alleine fühlen damals dass Menschen nicht alleine sind. Heute ist die Denkweise eine ganz andere: Man möchte eine Rückzugsmöglichkeit für jeden garantieren, d.h. Einzelzimmer. Deshalb werden wir diese Doppelzimmer-Situation bei Fertigstellung auch nochmal grundlegend überdenken“, erklärt Luc Wampach.

Zusammen mit dem Neubau hat das auf solche Einrichtungen spezialisierte Architekturbüro aus Brüssel die Summe bei 6,75 Millionen Euro veranschlagt. Die Deutschsprachige Gemeinschaft übernimmt 60 Prozent des bezuschussbaren Betrages. Bleibt für die Interkommunale Vivias, hinter der die fünf Eifelgemeinden stehen, ein Eigenanteil von rund 3,5 Millionen Euro:

„Wir werden das Bauprojekt über 20 Jahre abschreiben und wir haben diese Kalkulationen so erstellt, dass es machbar ist für die Gemeinden“, so Wirtz. „Aber wir müssen natürlich dafür Sorge tragen, dass die Zahlen bei Vivias im rechten Lot bleiben.“ Und was das angeht, ist es bei der Altenpflege auch nicht viel anders als beim Bau…

sp/mg - Bilder: Stephan Pesch/BRF

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