Drei von vier Belgiern befürworten eine Vermögenssteuer für Reiche und die Abschaffung von Steueroasen. Das geht aus dem aktuellen Barometer zur internationalen Solidarität hervor, das der Dachverband der französischsprachigen NGOs (CNCD-11.11.11) in Zusammenarbeit mit dem Magazin Le Vif veröffentlicht hat.
Bemerkenswert ist, dass diese Zustimmung offenbar über Parteigrenzen hinweg besteht: Zwei Drittel der MR-Wähler und mehr als drei Viertel der Wähler von Les Engagés unterstützen diese Forderung.
61 Prozent der Belgier befürworten eine Steuer auf Übergewinne von Öl- und Gasunternehmen, die unter anderem zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen dienen soll. 59 Prozent der Befragten halten die Maßnahmen der belgischen und europäischen Behörden gegen den Klimawandel für unzureichend.
54 Prozent sind auch mit den Maßnahmen und deren Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel nicht zufrieden. Darüber hinaus wollen 64 Prozent, dass Handelsabkommen der EU verbindliche Sozial- und Umweltstandards enthalten.
Jeder zweite Belgier spricht sich für eine Legalisierung des Aufenthalts von Menschen ohne gültige Papiere aus, die seit mindestens fünf Jahren in Belgien leben und ihre Integration nachweisen können. 48 Prozent unterstützen zudem die Schaffung sicherer und legaler Einwanderungswege durch Belgien.
Weniger ausgeprägt ist hingegen die Unterstützung für Solidarität mit den Ländern des globalen Südens: Nur 35 Prozent der Belgier befürworten eine Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens.
belga/sh