Neun Organisationen aus dem frankophonen Landesteil ziehen vor das Verfassungsgericht. Sie wollen die Reform der Studiengebühren ("minerval") in der Französischen Gemeinschaft anfechten und die Kostenfreiheit des Schulwesens verteidigen.
Die Kritik der Studenten, Eltern und Familien richtet sich insbesondere gegen die sogenannte Einkommenszusammenlegung. Dabei werden sämtliche Einkünfte der Personen, die mit einem Studierenden zusammenleben, als verfügbare finanzielle Mittel betrachtet, um das Studium zu bezahlen. Das werde der tatsächlichen familiären Situation vieler Studenten nicht gerecht, so die Kläger.
Die neun Organisationen bedauern, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung notwendig geworden ist. Es sei aber auch ein Zeichen dafür, dass der politische Dialog gescheitert sei.
Zu den neun Organisationen gehören die "Fédération des Étudiant·e·s Francophones (Fef)", die "Ligue des familles", die "Fédération des Associations de Parents de l'Enseignement Officiel", die "Union francophone des Associations de Parents de l'Enseignement Catholique", die "Coordination des ONG pour les droits de l'enfant", das "Réseau wallon de lutte contre la pauvreté", die "Ligue des droits humains", das "Centre d'Action Laïque" und der "Service droit des jeunes".
belga/jp