François De Smedt von Défi trug in gewohnt ruhigem Ton das vor, was alle Oppositionspolitiker kritisierten: GSK als ein Unternehmen, das sechs Milliarden Euro Dividende ausschüttet, seinen Gewinn im vergangenen Jahr verdoppelt und von rund 480 Millionen Euro Steuererleichterungen in Belgien profitiert. Wie könne es dann sein, dass einfach so gut 1.200 Menschen jetzt um ihren Arbeitsplatz fürchten müssten? Wo sei das Engagement der Regierung, diesen Menschen zu helfen - und GSK seine Grenzen aufzuzeigen?
Wirtschaftsminister David Clarinval beantwortete diese Fragen nur indirekt, kündigte den Mitarbeitern von GSK die Unterstützung der Regierung an, verwies auf die Renault-Prozedur, die am Donnerstag eingeleitet worden sei und den Stellenabbau sozial-verträglich gestalten soll.
An staatlichen Unterstützungen von Pharmaunternehmen will Clarinval festhalten. Solche Förderungen seien durchaus an Bedingungen geknüpft und würden zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Belgien führen. Es sei wichtig, die Attraktivität des Standorts Belgien für die Pharmaindustrie zu sichern.
Unterdessen haben die Gewerkschaften die Beschäftigten dazu aufgerufen, am Freitag wieder an die Arbeit zu gehen. Das hat die Nachrichtenagentur Belga bei einer Streikversammlung in Rixensart erfahren. Die Gewerkschaften rechnen mit langen Verhandlungen und wollen deshalb vorerst keinen unbefristeten Streik. Am Freitag ist ein erstes Treffen zwischen der Geschäftsführung und den Gewerkschaften geplant. Dabei soll der Zeitplan für weitere Gespräche festgelegt werden.
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