Der föderale Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke hat Maßnahmen vorgeschlagen, um die Lärmbelästigung über dem Flughafen Zaventem zu verringern. Seit dem vergangenen Sommer hat die Lärmbelästigung in verschiedenen Brüsseler Gemeinden durch die Nutzung einer neuen Flugroute deutlich zugenommen.
Den Plänen zufolge sollen künftig die Flugzeuge, die aus westlicher Richtung landen, länger in größerer Höhe bleiben und anschließend steiler sinken. Das soll zu weniger Lärmbelästigung führen. Bei den Nachtflügen will Crucke mit den Fluggesellschaften verhandeln, damit diese leisere Flugzeuge einsetzen.
Crucke muss handeln, um von der Justiz verhängte Geldstrafen zu vermeiden. Politisch ist das ein sehr heikles Thema: Weniger Lärmbelästigung über Brüssel bedeutet nämlich in der Regel mehr Lärm über Flandern. Crucke vermutet daher, dass seine flämischen Koalitionspartner die Pläne nicht unterstützen werden. Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass vor allem die Justiz von ihm verlange, Maßnahmen zu ergreifen, sagte Crucke in der VRT.
Die flämischen Koalitionsparteien N-VA und CD&V warfen Crucke vor, die Lärmbelästigung nach Flandern verlagern zu wollen. Notfalls werde man einen Interessenkonflikt geltend machen, warnten Parlamentarier beider Parteien am Donnerstagnachmittag in der Kammer. Ähnlich äußerte sich der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele. Er werde das Thema in jedem Fall auf die Tagesordnung des nächsten Konzertierungsausschusses setzen, sagte Diependaele.
belga/vrt/rop