Die belgische Gastronomie kämpft mit schmalen Gewinnmargen: Laut einer jüngsten Schlagzeile im Nachrichtenmagazin ‘LE VIF’ betragen die Gewinnmargen in Belgien nur 3 bis 5 Prozent.
Laut Matthieu Léonard von Horeca Bruxelles gehen bei einem Umsatz von einer Million Euro rund 40 Prozent der Einnahmen durch Löhne verloren, weitere 30 Prozent durch Wareneinkauf. Am Ende verbleibe meist eine Rendite von nur drei bis fünf Prozent. Das seien dann rund 50.000 Euro, die dann für Miete, Energie, Steuern, Ausrüstung und weitere Fixkosten draufgehen würden.
Viele kleine und mittlere Betriebe scheiterten genau an diesem Zusammenspiel aus hohen Kosten und steigenden Nebenkosten, trotz voller Säle. Bürokratischer Druck sei dabei ein zusätzlicher Hemmfaktor.
Zwei mögliche Wege
Experten sehen zwei gängige Erfolgsmodelle: Zum einen kleine, familiengeführte Betriebe, die Arbeitskosten intern tragen und flexibel agieren; zum anderen Gastro-Gruppen, die auf Skaleneffekte setzen. Letztere bündeln Mengenrabatte, Personalstandorte und administrative Prozesse über mehrere Standorte hinweg.
Doch Größe sei nicht der einzige Faktor. Der Wettbewerb habe sich deutlich verändert. Restaurants konkurrieren heute auch mit Lieferdiensten sowie mit alternativen Freizeitangeboten. In der Praxis bedeutet das verändertes Konsumverhalten: zuhause Netflix schauen und bestellen statt Essen gehen.
Problem Sichtbarkeit
Die Sichtbarkeit im Netz bleibe ebenfalls entscheidend. Bewertungsportale wie Google und visuelle Plattformen wie Instagram seien zentrale Faktoren bei der Neukundengewinnung. Gleichwohl bleibe Marketing nur ein Baustein. Überzeugt der Teller, kommt der Gast auch wieder.
Manuel Zimmermann