Der interföderale Screening-Ausschuss ist zwischen Juli 2025 und Juni 2026 über 191 Fälle von direkten ausländischen Investitionen in sogenannte strategische Sektoren in Belgien informiert worden, so die Wirtschaftszeitung L'Echo. Als strategisch relevant gelten beispielsweise der Energie- und Rüstungssektor, aber auch Technologien, die sicherheitstechnisch wichtig sind, etwa Künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleiter und Nukleartechnologie.
In einem Großteil dieser Fälle, nämlich in 162 von 191, hat der Ausschuss grünes Licht gegeben für den Einstieg nicht-europäischer Investoren, in zwei Dossiers allerdings nur unter Auflagen. Weitere 27 Fälle würden weiter geprüft, so der Ausschussbericht. Außerdem sind in mindestens einem Fall ausländische Investitionen untersagt worden, nämlich was den versuchten Kauf einer belgischen Offshore-Helikopter-Firma durch chinesische Investoren betrifft.
Die meisten genehmigten ausländischen Investitionen aus Drittstaaten kamen aus den Vereinigten Staaten (91), gefolgt von Großbritannien (46), Kanada und der Schweiz (je zwölf) und China (acht). Die Prüfung solcher Investitionen sei unerlässlich, gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen, so der Ausschuss in seinem Bericht weiter. Allerdings gehe es nicht darum, ausländische Investitionen zu verhindern oder zu bremsen, sondern dafür zu sorgen, dass diese in einem klaren und absehbaren Rahmen stattfänden.
Boris Schmidt