Laut Kardiologischer Liga gehen 40 Prozent der Befragten fälschlicherweise davon aus, dass Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen ist. In Wirklichkeit leide aber ein Drittel der Frauen im Laufe ihres Lebens unter Herz- und Gefäßkrankheiten. Diese Fehleinschätzung führt die Liga vor allem darauf zurück, dass sich die medizinische Forschung jahrzehntelang auf Männer konzentriert habe.
Die Herzen von Frauen seien im Schnitt kleiner und ihre Schlagadern feiner, so die Liga. Diese anatomischen Unterschiede machten Frauen anfälliger für bestimmte Risikofaktoren und damit für Herz- und Gefäßkrankheiten.
Ein weiteres Problem sei, dass sich beispielsweise Herzinfarkte bei Frauen anders äußerten als bei Männern und deshalb oft nicht als solche erkannt würden. Die Symptome bei Frauen seien oft diskreter als bei Männern und würden in der Folge fälschlicherweise zum Beispiel Stress, Angst oder Übermüdung zugeschrieben anstatt einem Herzinfarkt. Das erschwere eine korrekte Diagnose und Behandlung. Nach der Menopause erhöhe sich das Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten für Frauen außerdem schnell.
Im Rahmen der ab Montag stattfindenden Herzwoche will die Kardiologische Liga deswegen spezifisch für das Problem sensibilisieren, unter anderem mit einer Kampagne in den sozialen Medien, bei der Betroffene zu Wort kommen.
Boris Schmidt