Noch seien weder Belgien noch die Niederlande wirklich Narco-Staaten, so Van Wymersch. In Narco-Staaten gebe es parallele, staatsähnliche Strukturen, weil sich die Verbrecherorganisationen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik etabliert hätten. Durch die Anhäufung von immer mehr Macht und Einfluss durch Korruption und Einschüchterung stelle die Drogenmafia in Narco-Staaten eine kriminelle Alternative zur demokratischen Ordnung dar.
Man müsse aber festhalten, dass die Verbrechersyndikate auch in Belgien immer weiter auf dem Vormarsch seien in der Gesellschaft, hob die nationale Drogenkommissarin hervor. Wenn also nichts unternommen werde, bestehe die Gefahr des Entstehens eines Narco-Staats durchaus.
Glücklicherweise seien die Verantwortlichen aber mittlerweile gemeinsam zu der Einsicht gelangt, dass der Kampf gegen den finanziellen Unterbau der Banden die vielversprechendste Strategie sei. Diese Einsicht komme zwar spät, schon vor 20 Jahren hätte man dazu kommen können, beklagt Van Wymersch, aber immerhin sei sie nun da.
Es sei nun wirklich allerhöchste Zeit, um die Geldströme der Drogenmafia zu stören und ihre Vermögenswerte zu beschlagnahmen, um der Korrumpierung der Gesellschaft Einhalt zu gebieten. Diese Mittel müssten dann für den Kampf gegen den Drogenhandel eingesetzt werden.
Boris Schmidt