Normalerweise ist gerade der Herbst die beste Zeit, um Pilze zu beobachten. Aber die Suche erweist sich dieses Jahr als besonders schwierig. Selbst Orte, an denen sonst oft sehr viele Pilze zu finden sind, sind leer. Die Pilzwissenschaftlerin und Umweltpädagogin Presillia De Vries sagte der RTBF, es habe einfach nicht genug geregnet, damit sich die Pilze voll entfalten konnten. Das sei furchtbar, denn die Pilze haben eine wichtige Rolle im Wald. Diese bleibt für das bloße Auge größtenteils unsichtbar. Alles spielt sich unter der Erde ab, dank ihres Myzels, der fadenförmigen Zellen des Pilzes.
Das Myzel nimmt Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden auf und leitet sie anschließend an die verschiedenen Bäume weiter, damit diese wachsen können, erklärt die Expertin. Außerdem schützen Pilze die Bäume vor bestimmten Krankheiten. Im Gegenzug versorgen die Bäume sie mit dem Zucker, den sie benötigen. Im Wald fungieren Pilze dazu dann auch noch als "Reiniger". Sie ernähren sich von allem, was abgestorben ist oder verrottet. Durch diese Zersetzung entsteht guter Boden.
Im schlimmsten Fall können sich die Pilze aufgrund der Trockenheit nicht mehr fortpflanzen und daher auch langfristig verschwinden. Auch für die Bäume ist das schlecht - denn für sie ist diese Symbiose mit den Pilzen unverzichtbar. Das Myzel ist aufgrund der Wasserknappheit, die im Sommer herrschte, beeinträchtigt oder an manchen Stellen sogar zerstört worden. Selbst wenn es jetzt viel regne, könnten bestimmte Pilze in diesem Jahr vielleicht gar nicht mehr wachsen, so de Vries.
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