Die Belfius-Bank muss sich im November vor einem Strafgericht verantworten, weil sie einem Opfer von Phishing den Schaden nicht unverzüglich zurückerstattet hatte. Das berichten die Zeitungen "De Tijd" und "L'Echo".
Im Mittelpunkt des Falls steht eine französischsprachige Frau, die im vergangenen Jahr um rund 100.000 Euro betrogen wurde. Der Täter hatte sich als Mitarbeiter von Card Stop ausgegeben. Belfius weigerte sich, den Betrag zurückzuerstatten, woraufhin die Frau ein Verfahren anstrengte.
Grundsätzlich müssen Banken Zahlungen, die infolge eines Internetbetrugs getätigt wurden, unverzüglich zurückerstatten. Oft geschehe das aber nicht, mit der Begründung, dass der Kunde bei dem Betrug "grob fahrlässig" gehandelt habe, sagte die Anwältin Audrey Despontin in der RTBF. Grundsätzlich handele es sich dabei um eine zivilrechtliche Angelegenheit. Man könne darin aber auch eine strafrechtliche Zuwiderhandlung sehen. Genau darum gehe es in dem Verfahren gegen Belfius. Es handele sich um die erste Klage dieser Art vor einem Strafgericht.
Sollte es zu einer Verurteilung kommen, könnte dies ein Präzedenzfall werden, auf den sich andere Kläger berufen können. Der Prozess startet am 30. November.
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