Belfius könnte die erste Bank werden, die strafrechtlich verurteilt wird, weil sie einer Kundin nach einem Phishing-Angriff das verlorene Geld nicht erstattet hat. Das berichtet die Wirtschaftszeitung "L'Echo" am Samstag.
Per Gesetz sind Banken grundsätzlich dazu verpflichtet, Opfer von Phishing unverzüglich zu entschädigen. In der Praxis tun sie das jedoch nur selten. Häufig berufen sich die Banken darauf, dass der Kunde die Zahlung selbst autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt habe. Die Folge: Die Opfer müssen häufig selbst vor Gericht ziehen, um ihr Geld zurückzubekommen.
In dem vorliegenden Fall verklagte eine Kundin Belfius zusätzlich zum Zivilverfahren auch vor dem Strafgericht. Ihr war bei dem Online-Betrug ein Schaden von 100.000 Euro entstanden. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, könnte dies ein Präzedenzfall werden, auf den sich andere Kläger berufen können. Der Prozess startet am 30. November.
rtbf/vrt/sh