Die Wirtschaft schwächelt, aber es hätte noch viel schlimmer kommen können - so könnte man die aktuelle Lage zusammenfassen.
Erst mal die Grundfeststellung: Die Wirtschaft tritt auf der Stelle. Zwischen Anfang April und Ende Juni ist das Bruttoinlandsprodukt nicht gewachsen. Das ist das erste Mal seit Ende 2020, und das war mitten in der Corona-Krise. Damals war die Situation allerdings noch viel ernster, da war die Wirtschaft sogar um 0,5 Prozent geschrumpft.
Dass der Konjunkturmotor richtiggehend zum Stillstand gekommen ist, hat vor allem mit den schlechten Ergebnissen in der Industrie und im Baugewerbe zu tun. Beide Sektoren schrumpften, um 0,6 beziehungsweise 0,2 Prozent. Die Industrie stand damit schon das dritte Quartal in Folge im Minus. Dass die Wirtschaft nicht in die Rezession geschlittert ist, ist vor allem dem immer noch kräftigen Export zu verdanken, der ein Plus von acht Prozent erzielte. Außerdem stieg der Konsum der Haushalte um 0,4 Prozent.
Als einer der Hauptgründe gelten die hohen Energiekosten. Infolge des Iran-Krieges sind ja die Ölpreise stark gestiegen. Die Auswirkungen halten sich aber immer noch in Grenzen, sagen Ökonomen der Nationalbank in Het Laatste Nieuws. Die Welt sei nicht mehr so anfällig für einen Ölpreisschock wie früher. Denn heute seien die Unternehmen energiesparender und nutzten viel häufiger grünen Strom.
Roger Pint