Seitdem der Fall in den Niederlanden bekanntgeworden ist, melden sich laut Betroffenenorganisationen immer mehr Mütter. Viele von ihnen würden angeben, von dem Mann belogen worden zu sein. Laut der Aussage einer Frau habe der Mann ihr gegenüber auch angegeben, zehn Kinder in Deutschland und sechs in Belgien zu haben.
Den belgischen Behörden sind aktuell noch keine entsprechenden Fälle bekannt, unterstreicht Ann Eeckhout von der föderalen Arzneimittelagentur gegenüber der VRT. Aber falls nötig werde man entsprechende Untersuchungen durchführen. Dazu seien allerdings offizielle Informationen aus den Niederlanden notwendig, etwa über die Identität des Verdächtigen. Über diese Informationen verfüge man noch nicht, aber man werde der Sache auf den Grund gehen.
Nach aktuellem Kenntnisstand gehe man davon aus, dass der Mann sein Treiben absichtlich verschleiert habe, er habe etwa über Online-Plattformen und andere inoffizielle Kanäle Kontakt zu Frauen mit Kinderwunsch aufgenommen. So ein Vorgehen mache es aus offensichtlichen Gründen viel schwieriger, so etwas zu verhindern.
Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Samenspenden eines Mannes aus Dänemark, der Träger eines krebserregenden Gens war, in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch in Belgien, unerlaubt häufig in Fruchtbarkeitskliniken eingesetzt worden war.
Boris Schmidt