Drei Viertel der belgischen Arbeitnehmer, die im Urlaub krank werden, verlieren Urlaubstage. Das geht aus einer Umfrage des Personaldienstleisters Attentia hervor. Seit 2024 haben Arbeitnehmer aber das Recht, Tage, die sie im Urlaub krank sind, zurückzufordern, sprich zu beantragen, dass sie nicht von ihrem Urlaubsanspruch abgezogen werden.
Die Umfrage betrifft das Jahr 2025. Laut Personaldienstleister Attentia wird etwa ein Fünftel der Arbeitnehmer während ihres Urlaubs krank. Im Durchschnitt geht es dabei pro Kopf um vier Krankheitstage. Trotz des seit 2024 bestehenden gesetzlichen Anspruchs bekommen laut der Studie aber nur 26 Prozent diese Tage dann auch zurück als Urlaubsanspruch.
Hauptgrund ist laut Attentia, dass über die Hälfte der Betroffenen, nämlich 51 Prozent, die Krankheitstage schlicht und ergreifend nicht zurückfordert, also einfach keine entsprechenden Anträge stellt bei ihrem Arbeitgeber. In diesem Zusammenhang hält der Personaldienstleister auch fest, dass viele Menschen ihre Rechte gar nicht kennen – rund ein Viertel der Befragten gibt an, sich dieser Möglichkeit nicht bewusst gewesen zu sein.
Aber auch die Arbeitgeber spielen eine Rolle. In 23 Prozent der Fälle verweigern sie laut Attentia die Rückerstattung von krank verbrachten Urlaubstagen. Dabei berufen sie sich oft auf die Nichteinhaltung der damit verbundenen Auflagen. Arbeitnehmer, die im Urlaub krank werden, müssen ihre Arbeitgeber umgehend darüber informieren und binnen zwei Arbeitstagen ein entsprechendes Attest vorlegen. Manche Arbeitgeber seien auch nicht auf dem Laufenden über die veränderte Gesetzeslage, so Attentia weiter.
Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass Angestellte offenbar deutlich seltener Krankheitstage zurückfordern als Arbeiter, obwohl sie ungefähr gleich häufig krank werden.
Boris Schmidt