Die Zahl der Stalking-Dossiers ist in den letzten fünf Jahren um rund ein Drittel gestiegen. Insgesamt sind bei der Polizei in diesem Zeitraum über 132.000 Anzeigen wegen Stalking eingegangen.
In über 39.000 der Fälle wurde das Verfahren aus technischen Gründen eingestellt. Technische Gründe liegen etwa vor, wenn Täter nicht identifiziert werden können. Oder wenn aus Sicht der Justiz keine ausreichenden Beweise vorliegen.
Bei Stalking gehe es oft um Handlungen, die für sich genommen banal und harmlos wirken könnten, so eine Kriminologin in der Zeitung Het Nieuwsblad. Aber als Ganzes betrachtet könne sich ein Muster ergeben, das das Leben von Opfern erheblich störe und beeinträchtige. Das sei allerdings oft schwierig zu belegen, gerade im Vergleich zu Fällen mit körperlicher Gewalt.
In weiteren über 32.000 Fällen hat die Staatsanwaltschaft außerdem aus anderen Gründen entschieden, die Vorwürfe nicht strafrechtlich zu verfolgen. Zusammengenommen sind etwa 54 Prozent aller Stalking-Dossiers eingestellt worden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass es in den verbleibenden 46 Prozent der Fälle zu einem Urteil gekommen wäre, ganz im Gegenteil. Nur in neun Prozent der Dossiers kam es überhaupt zu einer Vorladung.
Aber auch wenn ein Verfahren eingestellt werde, könnten Richter Maßnahmen anordnen, ergänzt die Kriminologin noch, sie könnten zum Schutz von Opfern etwa ein Kontaktverbot oder einen Platzverweis aussprechen.
Boris Schmidt