Der Tod von Driss Atounane hat in Brüssel für teilweise heftige Reaktionen und viel Anteilnahme gesorgt. Bereits kurz nachdem bekannt geworden war, dass Atounane im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen war, würdigte ihn etwa am Donnerstag ein Künstlerkollektiv mit einem gesprayten, großen Porträt und den Worten "Wer ein Leben rettet, rettet die Menschheit".

Die Beisetzung von Atounane fand am Freitag auf dem Friedhof der Brüsseler Stadtgemeinde Evere statt. Zuvor gab es nach muslimischem Ritus ein öffentliches Totengebet in der Moschee der Gemeinde.
Die Zahl der Menschen, die Atounane dort die letzte Ehre erweisen wollten, war so groß, dass die Räumlichkeiten der Moschee nicht ausgereicht hätten, zahlreiche Gläubige hätten draußen bleiben müssen, so die Gemeinde. Für Nicht-Muslime seien außerdem weitere Räumlichkeiten bereitgestellt worden, um ihren Respekt und ihre Solidarität zu bezeugen.
Der mutmaßliche Täter konnte kurz nach der Tat festgenommen werden. Er sitzt in Untersuchungshaft und wird sich voraussichtlich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten müssen, die Ermittlungen zum Angriff in der Straßenbahn laufen allerdings noch.
Boris Schmidt