Natürlich gelte weiterhin, dass alle Bewerber, die Vollzeit-Militär oder Reservist werden wollten, "fit for Duty" sein müssten, so Verteidigungsminister Francken in der Zeitung, also Mindestvoraussetzungen in puncto Fitness erfüllen müssten. Allerdings habe man festgestellt, dass die Voraussetzungen für bestimmte Funktionen in der Landesverteidigung durchaus weniger streng sein könnten. Die Anordnung zur Neuregelung kommt dabei vom Verteidigungsminister, festgelegt worden sind die neuen Kriterien jedoch vom medizinischen Dienst der Landesverteidigung.
Abhängig von der ausgeübten Tätigkeit und Verantwortung müsse nicht jeder Militär und Reservist den gleichen, super-strengen Auflagen genügen, so Francken. Wenn jemand zum Beispiel keine perfekte Sehschärfe habe, müsse das noch lang kein Problem sein, solange man nicht gerade Pilot eines F-35-Kampfflugzeugs werden wolle.
Der Verteidigungsminister erwartet, dass die Zahl der Bewerber durch die Abschwächung der medizinischen Voraussetzungen steigen wird. Die Landesverteidigung will ihr Personal bis 2035, also innerhalb eines knappen Jahrzehnts, verdoppeln. Damit reagiert Belgien auf die veränderte geopolitische Lage und wachsende Bedrohungen. Insgesamt soll die Sollstärke der Landesverteidigung dann 34.500 Vollzeit-Militärs betragen, 12.800 Reservisten und 8.500 Zivilangestellte.
Boris Schmidt