Im Costa-Prozess gegen vier Mitglieder einer Drogenbande hat das Strafgericht in Tongeren hohe Haftstrafen ausgesprochen. Der Hauptangeklagte wurde in Abwesenheit zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Es handelt sich bei ihm um den niederländischen Drogenbaron Jos Leijdekkers, genannt "Bolle". Der Mann ist flüchtig. Vermutet wird, dass er sich in Afrika versteckt hält. Die übrigen Angeklagten wurden zu Haftstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt. Insgesamt fallen die Urteile milder aus, als von der Staatsanwaltschaft gefordert.
Der Prozess zog sich über mehrere Jahre hin. Er hatte mehrfach wegen Ablehnungsanträgen der Verteidigung verschoben werden müssen. Gegen die Urteile kann noch Berufung eingelegt werden. Die Drogenbande hatte tonnenweise Kokain aus Costa Rica über den Hafen von Antwerpen nach Europa geschmuggelt. Der Wert der Ware wird auf dreieinhalb Milliarden Euro geschätzt.
belga/vrt/jp