Um 13:15 Uhr startete die erste der beiden Transportmaschinen der belgischen Luftstreitkräfte vom Militärflughafen Melsbroek in Richtung Bordeaux. An Bord befand sich ein mächtiges Löschfahrzeug, dieses Jahr erst neu gekauft und in Belgien bislang noch nie im Einsatz gewesen, erklärten die Militärsprecher, die - flankiert von Verteidigungsminister Theo Francken - Journalisten in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz das wichtigste über die Unterstützungsaktion für Frankreich erklärten. Ein zweites Löschfahrzeug vom gleichen Typ Panther wurde in einem zweiten Flug ins Nachbarland gebracht.
Außerdem stellt das Militär Frankreich neun Wasserbehälter mit jeweils 10.000 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung. Diese Zisternen werden auf geländetauglichen Fahrzeugen auf der Straße in den Südwesten Frankreichs gebracht. Sie sollen vor allem an Orten eingesetzt werden, wo es keine anderen Wasserquellen zum Löschen gibt.
29 Soldaten vervollständigen die belgische Unterstützung an Frankreich im Kampf gegen die Flammen. "Ein schönes Gesamtpaket", findet Verteidigungsminister Francken. Frankreich hatte diese Hilfe über das EU-Katastrophenschutzverfahren angefordert. Belgien konnte ohne Probleme liefern, wie Francken versichert. Und das bedeute nicht, dass das belgische Militär selbst jetzt kein Material mehr hätte, wenn es auch in Belgien in den nächsten Tagen zu Waldbränden kommen sollte wegen der großen Trockenheit und Hitze.
"Wir sind natürlich nicht dumm", sagte Francken. "Wir schicken jetzt nicht alles Material für den Kampf gegen Brände nach Frankreich. Das meiste bleibt hier. Wir konnten in den vergangenen Jahren gut einkaufen. Wir haben Kapazitäten. Deshalb können wir die Franzosen jetzt unterstützen, so wie die Franzosen uns auch immer unterstützen, wenn wir es brauchen."
Der Einsatz der Belgier im Brandgebiet ist zunächst auf zwei Wochen begrenzt. Bei Bedarf könne er verlängert werden. "Wir müssen jetzt mal schauen, wie das läuft", sagt Francken. Bereits am Donnerstag sollen die belgischen Soldaten wohl damit beginnen, zusammen mit der französischen Militärfeuerwehr die Feuer zu bekämpfen. Und zwar "im Zentrum der Brandgebiete", präzisiert der Verteidigungsminister.
Von den Franzosen wird die schnelle Reaktion des belgischen Militärs dankbar begrüßt. "Die belgische Hilfe wird vor Ort sehr nützlich sein und die Arbeit unserer eigenen Einsatzkräfte erleichtern", teilt der französische Botschafter in Belgien mit. Und sogar Frankreichs Präsident Emmanuel Macro bedankt sich in einem kurzen Eintrag in den Sozialen Netzwerken für das belgische Engagement.
Diese militärische Unterstützung könnte auch durch eine zivile Hilfe ergänzt werden. Innenminister Bernard Quintin stehe diesbezüglich mit seinem französischen Amtskollegen in Kontakt, bestätigte laut Nachrichtenagentur Belga ein Sprecher des Ministers.
Kay Wagner