Belgien ist bei der militärischen Aufklärung derzeit weitgehend blind - und das gilt im Wesentlichen auch für viele andere europäische Nato-Partner. Man ist da größtenteils von amerikanischen Daten abhängig. Die belgischen Streitkräfte verfügen in puncto Weltraumaufklärung derzeit noch über gar keine Mittel. Zurückgreifen konnte man allenfalls auf die Bilder französischer Satelliten; das allerdings nur für "wenige Minuten pro Tag", schreibt die Zeitung L'Echo.
Verteidigungsminister Theo Francken will das also ändern, damit Belgien künftig auch zumindest ein bisschen auf eigenen Füßen stehen kann. Konkret will Belgien in das GALO-Programm investieren. GALO ist die Abkürzung für Global, All Weather, Low-Earth Orbit, Observation System: Es sieht eine Konstellation aus kleinen Satelliten im sogenannten Low Earth Orbit (LEO) vor, also in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Und diese Satelliten - mehrere Dutzend sollen es am Ende sein - sollen weltweite Aufklärungsdaten liefern. Erste Kapazitäten sollen bereits im kommenden Jahr zur Verfügung stehen.
Das bedeute aber nicht, dass man sich von den USA distanzieren wolle, wird Francken zitiert. Man wolle vielmehr den europäischen Pfeiler der Nato stärken. Das System soll bis 2030 einsatzbereit sein.
Roger Pint