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Waldbrandgefahr: Urlauber müssen sich besser vorbereiten

13.07.202616:57
  • Spanien
Mann beobachtet aus der Ferne den Waldbrand bei Bédar in der Provinz Almeria in Südspanien
Bild: Jose Jordan/AFP

Südeuropa brennt: Frankreich, Portugal, Spanien werden von verheerenden Waldbränden heimgesucht. Bei dem Brand in der Provinz Almeria in Südspanien sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch drei Belgier ums Leben gekommen. Vor diesem Hintergrund mahnen Experten, sich besser auf die Gefahr Wald- beziehungsweise Naturbrände vorzubereiten.

Was genau schief gelaufen ist in Andalusien, das werden die Ermittlungen erst noch zeigen müssen. Wütende Angehörige der mutmaßlichen belgischen Opfer beschuldigen die lokalen Behörden, nicht rechtzeitig gewarnt zu haben vor dem Waldbrand und die Menschen nicht zur Evakuierung aufgerufen zu haben. Die Behörden ihrerseits weisen diesen schlimmen Vorwurf entschieden zurück.

Spanische Medienberichte legen in jedem Fall nahe, dass die Evakuierung von Bédar chaotisch war. Der Bürgermeister des Ortes gibt an, dass lokale Polizei und einige Amtsträger von Tür zu Tür gegangen seien. Andere Bewohner der Gegend mit teilweise weit verstreut liegenden Häusern sollen telefonisch oder per WhatsApp-Nachricht gewarnt worden sein. Manche Menschen sollen dabei aufgefordert worden sein zu flüchten, andere, sich in ihren Häusern zu verschanzen. Und laut Behörden sollen einige sich auch schlicht geweigert haben, den Anweisungen zu folgen.

Kein Wunder also, dass schnell die Frage aufkam, warum in Bédar kein zentrales Alarm- beziehungsweise Benachrichtigungssystem genutzt wurde wie das nationale belgische Alarmsystem BE-Alert. Die Lage sei zu unübersichtlich und uneinheitlich gewesen, deshalb hätten zentrale Anweisungen keinen Sinn gemacht, so die Begründung aus Spanien.

Die Rolle der Behörden in dem Drama wird zweifelsohne noch sehr genau unter die Lupe genommen werden. Aber die vielen Toten müssen nicht nur für sie ein Weckruf sein, sondern auch für Belgier, die in solche Gebiete reisen oder sich länger dort aufhalten, betont Koen Goffings heute in verschiedenen flämischen Zeitungen und auch im Interview mit Radio Eén. Er ist Experte für das Bekämpfen beziehungsweise Verhindern von Wald- und Naturbränden.

Eigentlich müsse man sich der Gefahr immer bewusst sein, wenn man sich in Gebieten mit erhöhter Brandgefahr aufhalte. Aktuell sei dieses Bewusstsein noch viel zu wenig ausgeprägt.

Sich informieren

Natürlich dürften selbst die unbelehrbarsten Touristen mittlerweile begriffen haben, dass es gemeingefährlich ist, in solchen Risikogebieten zu grillen oder heiße Asche und glimmende Zigarettenkippen in die Landschaft zu werfen. Aber an manche Sachen denke man einfach nicht, unterstreicht Goffings. Oft seien Urlauber ja mit dem Auto unterwegs, zum Beispiel, um zum Startpunkt einer Wanderung zu kommen. Aber schon der heiße Motor eines geparkten Autos könne reichen, um zum Beispiel langes Gras in Brand zu setzen und damit eine Katastrophe auszulösen.

Die meisten Brände würden von Menschen ausgelöst. Umso wichtiger sei es also, sich in der Natur möglicher Gefahrenquellen bewusst zu sein und sich entsprechend zu verhalten. Auch in eigener Hinsicht. Das A und O sei aber, sich möglichst umfassend zu informieren. Und zwar bevor irgendwas passiert.

Aufmerksam bleiben

Noch bevor man etwa zu einer Wanderung aufbreche, müsse man sich erkundigen über das aktuelle Brandrisiko der jeweiligen Region. Einfach um zu wissen, was möglich sei und was nicht. Urlauber müssten einfach wissen, wo sie Informationen über aktuelle Entwicklungen und Warnungen finden könnten von den lokalen Behörden. Und welche Wege es gebe, im Notfall alarmiert zu werden. Das sei zwar Arbeit, räumt der Experte ein, aber sei absolut sinnvoll.

Zweiter Punkt: sich mit den lokalen Gegebenheiten vertraut machen und immer aufmerksam bleiben. Auf verdächtige Gerüche achten, die Windrichtung im Blick behalten, gegebenenfalls wissen, wo Brandschneisen sind - all das kann vielleicht den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Genauso, wie sich für ein Worst-Case-Szenario schon mal zumindest über mögliche Fluchtwege Gedanken gemacht zu haben. Sich vorab Gedanken machen, das sei sinnvoll und wichtig, hebt Goffings hervor.

Boris Schmidt

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