Die Informationen, die die Staatsanwaltschaft Limburg und die lokale Polizei am Montag bekanntgegeben haben, sind relativ spärlich. Und das hat auch einen Grund: Bei den Verdächtigen, sechs an der Zahl, handelt es sich allesamt um Minderjährige. Deswegen will die Staatsanwaltschaft auch keine Details mitteilen, wie Sprecherin Anna Degraen im Interview mit der VRT erklärt.
Zum Schutz der Jugendlichen werde aktuell nicht mehr kommuniziert. Aber die zuständigen Jugendrichter würden angemessene Maßnahmen ergreifen.
Geschlecht, Alter, mögliche Hintergründe oder Ideologien, genauere Pläne oder Absichten – über all diese Aspekte schweigen sich die Behörden bisher aus. Selbst eine konkrete Schule ist nicht genannt worden, laut verschiedenen Medienberichten soll es aber um die Sekundarschule HAST in Hasselt gehen. Alle sechs Verdächtigen sollen diese Schule besucht haben.
Es war auch die Schule, die Mitte Juni Anzeige erstattete bei der Limburger Polizei und den Stein so ins Rollen brachte. In einer Gruppe auf dem sozialen Netzwerk Tiktok seien Drohungen geäußert worden. Dabei sei es um Brandstiftung gegangen und um Angriffe mit chemischen Substanzen. Diese Drohungen hätten sich gegen die Schule gerichtet, aber auch gegen verschiedene Mitglieder der Schulleitung.
Die anonymen Mitglieder der besagten TikTok-Gruppe hätten auch Schulmassaker beziehungsweise -schießereien erwähnt, sowie extremistische Gruppen. Auch andere gewalttätige Ereignisse der Geschichte sollen Gegenstand von Posts gewesen sein.
Genaueres über den Inhalt dieser Drohungen und Posts ist nicht bekannt. Aber die Verantwortlichen bei Polizei und Justiz sahen sich offenbar gezwungen, der Angelegenheit höchste Priorität zu geben und umgehend zu handeln. Man habe die Drohungen sofort sehr ernst genommen, so Sprecherin Degraen.
Auf Grundlage erster Erkenntnisse habe die Staatsanwaltschaft die Limburger Polizei angewiesen, die bis dahin noch unbekannten Mitglieder der TikTok-Gruppe schnellstmöglich zu identifizieren. Die wähnten sich zwar offenbar sehr sicher im Netz, konnten aber mithilfe verschiedener Internetprovider innerhalb von 24 Stunden enttarnt werden. Die Jugendlichen seien dann festgenommen worden wegen des Androhens eines Anschlags und seien den Jugendrichtern in Hasselt und Tongeren vorgeführt worden.
Was die dann beschlossen haben, ist aus erwähnten Jugendschutzgründen nicht kommuniziert worden. Staatsanwaltschaft und Polizei betonen aber beide, dass möglicherweise nur das sehr schnelle Eingreifen Schlimmeres verhütet habe. Die Verdächtigen könnten vorgehabt haben, nur wenige Tage später zuzuschlagen.
Die Behörden wollen mit dem Vorfall aber auch eine Botschaft senden an andere, die meinen, dass im Internet alles möglich ist und nichts Konsequenzen hat. Man nehme diese Art von Online-Drohungen sehr ernst, so die Sprecherin der Limburger Staatsanwaltschaft. Kinder und Jugendliche müssten sich sehr bewusst sein, welche Folgen es haben könne, bestimmten Gruppen im Internet beizutreten.
Ihnen und auch allen anderen müsse absolut klar sein, dass das Posten von extremistischen Inhalten und Drohungen im Netz nicht toleriert werde und von Polizei und Justiz entsprechend verfolgt werde. Wenn jemand über entsprechende Inhalte stolpere, sei es auch von größter Wichtigkeit, das bei der Polizei zu melden.
Boris Schmidt