Belgien hat infolge der Hitzewelle in der zweiten Junihälfte eine ungewöhnlich hohe Übersterblichkeit von 39 Prozent verzeichnet. Zwischen dem 18. und 29. Juni wurden 1.222 Todesfälle mehr registriert als erwartet.
Dabei handelt es sich um vorläufige Daten, die die Risk Management Group am Donnerstag vorlegte. Besonders betroffen waren Menschen ab 85 Jahren, aber auch bei den unter 65-Jährigen wurde eine erhöhte Sterblichkeit festgestellt.
Laut Sciensano gab es den Höchststand am 27. Juni mit 572 Todesfällen an einem Tag. Das waren so viele wie seit der ersten Corona-Welle nicht mehr.
Während der Hitzewelle stiegen die Temperaturen an sieben aufeinanderfolgenden Tagen auf über 30 Grad. Besonders die Nächte waren ungewöhnlich warm.
Vandenbroucke bereitet Konferenz der Gesundheitsminister vor
Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke hat die Risk Management Group angewiesen, bis Anfang kommender Woche Empfehlungen für eine verbesserte Hitzeschutzstrategie auszuarbeiten. Sie sollen zur Vorbereitung der Konferenz der Gesundheitsminister des Landes herangezogen werden.
PS-Chef teilt hart gegen Regierung De Wever aus
PS-Chef Paul Magnette wirft der Föderalregierung nach der Hitzewelle im Juni schweres Versagen vor. Anlass sind die Zahlen zur Übersterblichkeit.
Magnette kritisiert, die Regierung De Wever habe während der Hitzewelle keinerlei Maßnahmen ergriffen. Die Bevölkerung sei "ihrem Schicksal überlassen" worden. Angesichts weiterer erwarteter Hitzewellen fordert der PS-Vorsitzende eine deutlich bessere Vorbereitung auf künftige Klimakrisen.
rtbf/sh