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Studie: Jugendliche fallen häufiger auf Online-Betrug herein als Ältere

26.06.202615:17
Jugendliche mit Smartphone
Bild: Halfpoint/Smarterpix

Sie gelten als "Digital Natives" und wachsen mit Smartphone und Internet auf. Umso überraschender ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Bancontact und dem Meinungsforschungsinstitut iVox: Gerade Jugendliche erkennen Phishing-Nachrichten und andere Online-Betrugsversuche deutlich schlechter als ältere Menschen.

Jugendliche schätzen ihre Fähigkeiten im Umgang mit Online-Betrug deutlich höher ein, als sie tatsächlich sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Bancontact und iVox.

Die Forscher konfrontierten Jugendliche und Erwachsene mit einer gefälschten Nachricht über eine angeblich fehlgeschlagene Online-Zahlung. Während bei den 12- bis 17-Jährigen lediglich 35 Prozent richtig reagierten, waren es bei den über 55-Jährigen ganze 87 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei einem weiteren Test: Die Teilnehmer erhielten einen Link, der scheinbar von einem Freund verschickt worden war. Rund die Hälfte der Erwachsenen ignorierte die Nachricht. Bei den Jugendlichen tat das dagegen nur jeder Fünfte und setzte sich damit einem deutlich höheren Risiko aus, Opfer eines Phishing-Angriffs zu werden.

Zu viel Vertrauen in die eigene Kompetenz

Nach Einschätzung von Bancontact könnte gerade das große Selbstvertrauen junger Menschen eine Ursache sein. Viele seien mit digitalen Technologien aufgewachsen und gingen deshalb davon aus, betrügerische Nachrichten problemlos erkennen zu können.

Hinzu kommt ein weiteres Missverständnis: Zahlreiche Jugendliche glauben, ihre Bank werde betrügerische Transaktionen automatisch verhindern. Dieses Sicherheitsgefühl kann jedoch trügerisch sein und dazu führen, dass Warnsignale übersehen werden.

Scham verhindert oft Hilfe

Wer Opfer eines Online-Betrugs wird, spricht häufig nicht darüber. Besonders unter Jugendlichen ist die Hemmschwelle groß: Fast zwei von fünf Befragten gaben an, einen solchen Vorfall lieber zu verschweigen.

Dabei sei Scham fehl am Platz, betont Bancontact. Hinter vielen Betrugsversuchen steckten professionelle, international organisierte Tätergruppen und keine Gelegenheitskriminellen. Das Ausmaß des Problems ist entsprechend groß: Allein im vergangenen Jahr wurden in Belgien rund 740.000 Menschen Opfer eines Zahlungsbetrugs.

So lässt sich das Risiko verringern

Experten raten vor allem dazu, sich bei Online-Zahlungen niemals unter Zeitdruck setzen zu lassen. Genau darauf bauen Betrüger häufig auf.

Vor einer digitalen Unterschrift oder Zahlungsfreigabe sollten Nachrichten und Links sorgfältig geprüft werden. Zugangscodes oder Sicherheitscodes dürfen grundsätzlich niemals weitergegeben werden. Ebenso wichtig ist es, Geräte und Software regelmäßig zu aktualisieren.

Wer online einkauft, sollte ausschließlich seriöse Plattformen nutzen und die Bezahlung direkt über deren offizielle Zahlungssysteme abwickeln. Wird man aufgefordert, den Kauf über alternative Kanäle wie Messengerdienste fortzusetzen, ist besondere Vorsicht geboten. Häufig steckt dahinter ein Betrugsversuch.

hln/okr

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