Bei den Gewerkschaften sitzt der Schock tief. Bis zu 525 Arbeitsplätze will der amerikanische Kurierdienst UPS streichen. Die Maßnahme werde alle Unternehmensbereiche betreffen, sagte ein Sprecher der christlichen Gewerkschaft CSC: Von den Fahrern über die Mitarbeiter im Sortierzentrum bis hin zu den Beschäftigten, die die Zollformalitäten abwickeln.
Die meisten der rund 800 Mitarbeiter sind in der Niederlassung in Diegem unweit des Brussels Airport beschäftigt. Daneben verfügt das Unternehmen aber auch noch über ein Logistikzentrum im limburgischen Lummen. Ob das ebenfalls von der Umstrukturierung betroffen sein wird, sei noch unklar, sagte der Gewerkschaftssprecher. Die Geschäftsleitung habe ihre Pläne bislang noch nicht weiter ausformuliert.
Die Gewerkschaften beklagen, dass es - betriebswirtschaftlich gesehen - keinen wirklichen Grund gebe für eine derart einschneidende Maßnahme. Das Paketvolumen sei zwar leicht rückläufig, aber nicht in dem Maße, das einen derart drastischen Schritt rechtfertigen würde. Deswegen vermuten die Gewerkschaften, dass die Direktion künftig vor allem mit kostengünstigeren Selbständigen zusammenarbeiten wolle.
Die Verhandlungen über einen Sozialplan sollen bereits in der kommenden Woche beginnen.
Roger Pint