Die Referenz-Messstation des Königlichen Meteorologischen Instituts in der Brüsseler Stadtgemeinde Uccle meldet einen neuen Hitzerekord: Mit knapp 34 Grad Celsius ist es an einem 19. Juni noch nie so heiß gewesen in Belgien wie am Freitag. Der vorherige Rekord für einen 19. Juni stammte aus dem Jahr 2000 und betrug 31,1 Grad. Abkühlung ist bis auf Weiteres nicht in Sicht.
Voraussichtlich ab Sonntag wird Belgien auch offiziell eine Hitzewelle durchleben – dann wird nämlich der fünfte Tag in Folge mit Temperaturen über 25 Grad sein, mit drei Tagen über 30 Grad. Und die Hitzewelle wird laut Vorhersagen auch bis mindestens nächsten Freitag andauern.
Eine Folge der großen Hitze sind erhöhte Ozon-Werte: Die interregionale Umweltagentur (Ircel-Celine) geht davon aus, dass die Konzentrationen am Freitag örtlich die europäische Informationsschwelle überschreiten könnten. Auch in den nächsten Tagen ist wohl nicht mit einer Entspannung zu rechnen.
Aus Sorge vor schweren Unwettern mit Hagel und starkem Wind haben Behörden im ganzen Land Veranstaltungen im Freien abgesagt. Vielerorts sind vorsorglich Grünanlagen, Parks und Ähnliches geschlossen worden.
Die Hitze hat auch zu einem deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs geführt, wie Hochspannungsnetzbetreiber Elia mitteilt. Außerdem wird weniger Elektrizität produziert, weil Solarpaneele bei großer Hitze schlechter funktionieren.
An der Küste richtet man sich derweil auf einen großen Besucherandrang am Wochenende ein, die Hotels sind bereits zu 90 Prozent ausgebucht. Die Bahn hat außerdem Sonderzüge an die Küste angekündigt und zusätzliches Personal, um Chaos an den Bahnsteigen zu vermeiden. Sie rät Reisenden auch dringend, den Reiseplaner zu nutzen, der anzeigt, wie voll die Züge um welche Uhrzeit voraussichtlich sein werden, und entsprechend alternative Verbindungen zu bevorzugen.
Boris Schmidt