Das Flexi-Job-System besteht seit 2015, war allerdings ursprünglich auf den Horeca-Sektor beschränkt. Nach und nach ist es allerdings auf immer mehr Sektoren ausgeweitet worden. Unter anderem sind Flexi-Jobs mittlerweile auch im Einzelhandel, in Kaufhäusern und in bestimmten Bereichen der Pflege erlaubt.
Wenn Flexi-Jobber pro Jahr nicht mehr als knapp 18.500 Euro verdienen, müssen Arbeitnehmer dank des Systems keine Sozialbeiträge oder Steuern auf diesen Lohn bezahlen, die Arbeitgeberbeiträge sind auf 28 Prozent gedeckelt.
Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Menschen, die in Belgien als Flexi-Jobber gearbeitet haben, etwa 150.000. Die übergroße Mehrheit von ihnen war im Horeca-Sektor und im Einzelhandel tätig.
Die nun beschlossene Ausweitung der Flexi-Jobs auf alle Sektoren gilt allerdings nicht für geschützte Berufe und auch bestimmte Jobs im Pflegebereich bleiben ausgeschlossen. Außerdem bekommen die Sozialpartner die Möglichkeit, Flexi-Jobs auf Sektorebene abzulehnen oder zu regulieren.
Die Gewerkschaften sehen die Ausweitung zum Teil kritisch: Die sozialistische Gewerkschaft warnt, dass der Staat durch die Ausweitung der Flexi-Jobs Einnahmen verliert, was für die Zukunft den Weg ebne für weitere Einsparungen. Die Arbeitgeber zeigen sich hingegen zufrieden und begrüßen die zusätzliche Flexibilität.
Außer den Parteien der Regierung stimmten in der Kammer auch die oppositionellen Liberalen von Anders für die Ausweitung des Systems.
Boris Schmidt