Pestizide seien gesundheitsschädlich, so Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit), Minister für europäische Angelegenheiten Maxime Prévot (Les Engagés) und Klimaminister Jean-Luc Crucke (ebenfalls Les Engagés) in einem gemeinsamen Kommuniqué zur Begründung. Deshalb sei es eine schlechte Idee, ihnen eine unbefristete Zulassung zu geben.
Dass Belgien das ablehnt, hat die Föderalregierung sowohl der aktuellen zypriotischen Ratspräsidentschaft als auch der am 1. Juli beginnenden irischen Ratspräsidentschaft schriftlich mitgeteilt.
Wenn hormonaktive Stoffe, sogenannte endokrine Disruptoren, als Pestizide zum Einsatz kämen, sei das bedenklich. Bei vielen endokrinen Disruptoren seien mögliche Langzeitfolgen noch nicht abschließend untersucht. Es gebe auch Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen Pestiziden und Krankheiten wie Parkinson.
Wenn sich so ein Verdacht erhärte, sei es wichtig, möglichst schnell zu handeln und problematische Stoffe schnell aus der Umwelt zu entfernen. Wiederkehrende Neubewertungen erlaubten es, eventuelle Fortschritte der wissenschaftlichen Forschung besser zu berücksichtigen.
Das Gleiche gelte, falls neue Daten verfügbar würden oder neue Erkenntnisse gewonnen würden über mögliche Langzeitfolgen für die menschliche Gesundheit, die Biodiversität oder für Ökosysteme.
Gleichzeitig unterstützt Belgien aber Langzeit-Zulassungen für Stoffe, deren Risiko als gering eingestuft wird - unter der Bedingung, dass das wissenschaftlich garantiert sei und die Möglichkeit der Neubewertung erhalten bleibe.
Boris Schmidt