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Neuer Massengentest bei Ermittlungen in vier ungelösten Fällen in Antwerpen

09.06.202618:20
Laborant mit Maske, die Hände halten Pipette und Probenentnahmeröhrchen, Mikroskop und Käfig mit weißer Maus im Vordergrund
Illustrationsbild: Motortion/Smarterpix

Bei den Ermittlungen in vier ungelösten Verbrechen im Raum Antwerpen wollen die Polizei- und Justizbehörden ein zweites Mal auf einen sogenannten Massen-Gentest zurückgreifen. Rund 100 Männer sollen darum ersucht werden, eine Speichel- oder Blutprobe abzugeben.

Gesucht wird ein Mann, dessen DNA in vier Kriminalakten aus den 1990er Jahren auftaucht - in "Cold Cases", Verbrechen also, die schon lange zurückliegen und die nie aufgeklärt wurden. Wie so oft war es die Gentechnik, die den Ermittlern plötzlich eine neue Tür geöffnet hat. Nach neuen Untersuchungen hatte man festgestellt, dass die DNA von ein und demselben Mann in vier alten Fällen aus dem Raum Antwerpen auftaucht.

Darunter befinden sich einige der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle des Landes, wie etwa der Mord an Tania Van Kerkhoven aus dem Jahr 1993 und das Verschwinden der Geschwister Kim und Ken aus dem Jahr 1994. Dieselbe DNA taucht darüber hinaus auch noch in zwei Vergewaltigungsfällen aus den 1990ern auf.

"Wir führen einen Massengentest in Wellen durch", sagte ein Antwerpener Justizsprecher in der VRT. Eine erste Serie von 118 Gentests hat keinen Durchbruch gebracht, deswegen jetzt also eine zweite Tranche.

Die Justiz hat eine Liste von insgesamt rund 2.000 Männern erstellt, die nach und nach zu einem Gentest eingeladen werden sollen. Darunter befinden sich Personen, die mit den Akten verknüpft werden können, aber auch Männer, die allein aufgrund ihres Alters oder ihres Wohnsitzes ausgewählt wurden.

Roger Pint

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