Werden Menschen auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt systematisch diskriminiert? Und auf welcher Grundlage? Dieser Frage sind Forscher der Unis von Gent und Brüssel nachgegangen. Und sie haben sich dabei vor allem auch auf internationale Studien gestützt: Über 450 Untersuchungen wurden ausgewertet, und dann jeweils auf Belgien heruntergebrochen.
Allgemeine Feststellung: Jemand, der einen "ausländisch klingenden" Namen trägt, hat rund 30 Prozent weniger Chancen auf eine positive Reaktion bei einer Jobbewerbung. In Belgien machen die Forscher eine ähnliche Feststellung, doch liegt dieser Wert unter dem allgemeinen Durchschnitt. Nichtsdestotrotz plädieren die Forscher mehr denn je für vollständig anonymisierte Anwerbungsverfahren.
Am Wohnungsmarkt ist die Diskriminierung von Menschen mit ausländisch klingenden Namen nicht ganz so ausgeprägt. Hier kann man das "nur" in rund 15 Prozent der Fälle beobachten. Eine Ungleichbehandlung gibt es dennoch, und zwar kann hier die Tatsache ausschlaggebend sein, dass man Sozialleistungen bezieht. Die Forscher verweisen in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung eines ausreichenden Angebots an Sozialwohnungen.
Roger Pint