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Schneckenplage im Garten: Nützliche Helfer oder lästige Plagegeister?

02.06.202618:11
Drei Schnecken kriechen auf grünen Blättern
Illustrationsbild: © 5seconds/Smarterpix

Erdbeeren angefressen, der Salat durchlöchert: In den sozialen Medien und unter Hobbygärtnern ist das Thema Schneckeninvasion gerade in aller Munde. Ein Ärgernis für alle, die sich um die Ernte im eigenen Garten sorgen. Doch was wissen wir eigentlich über diese Tiere und was hilft wirklich gegen sie?

Thierry Backeljau, Forscher am Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften, wirft einen differenzierten Blick auf die unbeliebten Gartenbewohner. Schnecken besitzen zwar nicht den Kuschelfaktor von Hundewelpen, dennoch ist Backeljau von ihnen fasziniert. Die schätzungsweise 40.000 bis über 100.000 Arten weltweit - von denen rund zwei Drittel im Meer leben - erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem.

Schnecken sind die Gesundheitspolizei des Gartens: "Sie verwerten organischen Abfall und verwandeln abgestorbene Blätter oder Gräser in wertvollen Kompost. Zudem dienen sie Igeln, Erdkröten, Vögeln, Hühnern und Enten als Nahrungsquelle."

Für Vögel sind Gehäuseschnecken dabei besonders wichtig. "Das Kalzium aus dem Schneckenhaus benötigen Vögel dringend für die Produktion ihrer eigenen Eierschalen. In der freien Natur halten Schnecken zudem schnell wachsende Pflanzen im Zaum, sodass seltene und langsam wachsende Arten nicht überwuchert werden", so Backeljau.

Der Feind im Salatbeet

Hobbygärtner sehen das verständlicherweise anders, schließlich soll der Salat auf dem eigenen Teller landen. Dabei muss man jedoch unterscheiden: Gehäuseschnecken sind das geringere Problem, da sie meist welke Pflanzen fressen und sogar die Eier von Nacktschnecken vertilgen. Der eigentliche Hauptfeind im Beet ist fast ausschließlich die Spanische Wegschnecke.

Vom Verzehr der Gartenschnecken ist übrigens dringend abzuraten: Da sie auch für Menschen giftige Pflanzen oder beispielsweise Rattenkot fressen, lagern sich Giftstoffe und Krankheitserreger in ihrem Fleisch an. Zudem steht die heimische Weinbergschnecke unter strengem Naturschutz und darf weder gefangen noch getötet werden. Für Nacktschnecken gilt dieser Schutz nicht.

Was hilft wirklich gegen die Plage?

Viele Gärtner greifen zu Schneckenkorn auf Eisenphosphatbasis, Barrieren oder Fallen. Von zwei Methoden rät der Experte jedoch entschieden ab: Einsalzen und Bierfallen. Das Einsalzen sei nicht nur grausam für das Tier, sondern schädige auch den Gartenboden. Der intensive Geruch von Bierfallen locke auch noch die Schnecken aus Nachbars Garten an.

Der Experten-Tipp: Das effektivste und schonendste Mittel ist das Absammeln in den Abendstunden. Man lege tagsüber Bretter im Garten aus. Die Schnecken suchen dort Schutz vor der Sonne und können abends einfach eingesammelt und auf einer entfernten Wiese wieder ausgesetzt werden.

Wer mehr über Schnecken und andere wirbellose Tiere erfahren möchte, dem wird ein Besuch im Institut für Naturwissenschaften in Brüssel empfohlen. Wer das Museum schon kennt, kann auf Anfrage auch eine Führung hinter den Kulissen buchen.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Museums-Webseite.

Manuel Zimmermann

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