Wie der Anti-Terror-Stab weiter mitteilt, sind in Belgien im vergangenen Jahr rund ein Dutzend neue Dossiers im Zusammenhang mit nihilistischem Extremismus eröffnet worden.
Der nihilistische Extremismus ist ein relativ neues, aber potenziell sehr gewalttätiges Phänomen, gerade auch für Belgien. Er ist kaum einer bestimmten Ideologie zuzuordnen, Experten sprechen von einer oft diffusen Mischung sehr unterschiedlicher Beweggründe und Einflüsse. Dazu gehören unter anderem satanistische Elemente, Nihilismus, Rechtsextremismus, allgemeiner Hass auf Menschen, Frauenhass wie in der sogenannten "Incel"-Bewegung sowie Akzelerationismus, der radikalen gesellschaftlichen Wandel mittels Kapitalismus und technologischem Fortschritt herbeiführen will.
Menschen, die der Bewegung des nihilistischen Extremismus zugeordnet werden, organisieren sich laut Ocam häufig ausschließlich über das Internet und nach dem Vorbild von Neonazi-Gruppierungen. Wie diese verherrlichen sie extreme Gewalt: Je brutaler die Gewalttaten, die die Extremisten selbst verübten oder andere verüben ließen, desto höher ihr Ansehen in der Bewegung.
Während andere Extremismus-Arten wie Rechts- und Linksextremismus und Dschihadismus für ihre jeweils eigenen Arten von Utopien kämpften, sei das bei den Nihilisten anders. Die oft jungen Anhänger der Bewegung wollten die Gesellschaft zerstören, eine anarchische Welt, in der das Recht des Stärkeren gelte, warnt der Ocam-Direktor.
Boris Schmidt