Die US-Rating-Agentur Fitch folgt damit nicht dem Vorbild der beiden anderen großen Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor. Die hatten die Kreditwürdigkeit Belgiens in den vergangenen Wochen beide herabgestuft. Allerdings hatte Fitch die Bonität Belgiens schon im vergangenen Jahr schlechter eingestuft – nämlich von "AA-" auf eben "A+" mit stabiler Perspektive.
In seiner Analyse der finanziellen Situation des Landes beziehungsweise des längerfristigen Ausblicks hebt Fitch vor allem die diversifizierte und wohlhabende belgische Wirtschaft positiv hervor. Ein weiterer Pluspunkt sei, dass Belgien der Euro-Zone angehöre.
Aber die Rating-Agentur legt auch den Finger in bekannte Wunden: Den positiven Aspekten stünde die hohe Staatsschuld Belgiens gegenüber, die auch weiter steige, so Fitch. Die komplizierte institutionelle und politische Lage des Landes erschwere außerdem auch Versuche, den Haushaltskurs zu korrigieren.
Die Rating-Agentur attestiert der Föderalregierung, dass sie Fortschritte mache bei notwendigen strukturellen Reformen. Diese Reformen könnten auch erheblich zur finanziellen und wirtschaftlichen Erholung des Landes beitragen. Sie würden sich aber wohl erst mittel- bis langfristig bemerkbar machen.
Das belgische Staatsdefizit ist 2025 auf 5,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen. Damit steht Belgien in der Euro-Zone am schlechtesten da. Die Staatsschuld war ebenfalls gestiegen, auf fast 108 Prozent des BIP.
Boris Schmidt